V.A.: Intolerance – The Discordant Note

Noise à Noise, ein hauptsächlich im digitalen Bereich aktives Experimentallabel mit einem niemals beliebigen Output, bei dessen beachtlicher Frequenz man kaum mitkommt, hat vor einigen Monaten eine Compilation veröffentlicht, auf der eine internationale Riege an Beitragenden in Form von Klangmanipulationen, Kollagen partiell auf der Basis von Field Recordings und immer auch Lärm dem Thema Toleranz nachspürten und ihren Reflexionen einen musikalischen Ausdruck gaben. Weiterlesen

Post​-​Orientalism – 1st Festival of Arts Nowruz: Mehrteilige Compilation auf Noise à Noise

Auf Noise à Noise erscheint in Kürze eine mehrteilige Sammlung an Stücken, die unterschiedliche Soundartists, meist mit Wurzeln im Iran und zum Teil dort ansässig, zum diesjährigen Nowruz-Festival aufgeführt haben – einer im Rahmen der Post-Orientalism-Reihe kuratierten Veranstaltung, in der neben der auditiven auch die visuelle – in bewegten und unbewegten Bildern – und audiovisuelle Seite eine Rolle spielte. Nowruz (oder je nach übertragener Schreibweise Nouruz oder Nowrouz) bezeichnet das persische Neujahrsfest, das mit dem Tag des Frühlingsbeginns im iranischen Kulturraum gefeiert wird. Weiterlesen

Themes and Variations: John Cage-Interpretation des Dream House Ensemble

Noise à Noise bringen Ende des Monats ein weiteres Konzeptalbum des iranischen Dream House Ensemble heraus. “Themes and Variations” wurde um einen Text von John Cage bzw dessen persische Übersetzung herum gebaut, in welchem es um eine große Bandbreite an Themen der Liebe, des Lebens und der Kunst geht. Unter der projektbezogenen Direktion von Soheil Shirangi, der außerdem Piano- und Triangelparts beisteuert, werden die von Marjan Masoumi vorgetragenen Textpassagen in ein Soundgewandt getragen, das aus Weiterlesen

PuppeTwin: Iceface und Koh Shimanaka vertonen Stück von Ehsan Saboohi

Die beiden japanischen Acts Iceface a.k.a. H. Wakabayashi und Koh Shimanaka bringen in einigen Tagen ein gemeinsames Album heraus, auf dem sie einen dramatischen Text des Autors Ehsan Saboohi vertonen. Im Zentrum von “PuppeTwin” stehen auf japanisch vorgetragene dramatische Sprechbeiträge von subtil wechselhaftem Vortragstempo, bei dem unterschiedliche Stimmungsnuancen des Weiterlesen

Qaf Mount Ballet: Neues Album von Ali Balighi

Der im Iran geborene und heute in Texas lebende Konponist und Sounddesigner Ali Balighi bringt Anfang Mai ein neues kollaboratives Album heraus, das sich in Klängen, Worten und Bildern dem altpersischen Mythos um den ringförmigen Berg Qāf, der die Welt vom sie umgebenden Nichts trennt, widmet und ihm – einen Bogen durch die historischen Epochen bis in die aktuelle Zeit spannend – eine neue Perspektive anbeizustellen. Auch in der sich zwischen Tradition und zeitgenössischem Experimentalismus bewegenden Musik spiegelt sich diese Stoßrichtung wieder. Maßgeblich beteiligt sind neben den Kompositionen und der eigens eingespielten Elektronik Balighis der Dramatiker Ehsan Saboohi, die Vokalistin Hanna Masgari und der Maler Mohsen Tehrani. Das Album erscheint mit Unterstützung der Post-Orientalism Community digital bei Noise a Noise. Weiterlesen

The Plays of Ehsan Saboohi: Großangelegtes Spoken Words-Projekt

Zeitgleich zum Artist Talks-Projekt bringt der auch als Dramatiker aktive Post Orientalism Music-Gründer Ehsan Saboohi eine ganze Reihe an Aufnahmen seiner Texttheaterstücke heraus und regt damit zusätzlich zu neuen Bearbeitungen seiner Werke ein – auf den digitalen Releases dazu sind bislang überwiegend dramatische Monologe in Interpretation verschiedener Vokalistinnen und Vokalisten zu hören. Dass dabei verschiedene Sprachen Verwendung finden ist Programm, im Begleittext dazu heißt es: “We hope that the performances in various languages from across the globe will contribute to the emergence of a shared musical language. [...] The contributions Weiterlesen

International Collaborative Project 2024: Erster Teil der Artist Talks mit Andrew Cheffings auf Noise à Noise

Ende März erscheint der erste Artist Talk einer geplanten Spoken Words-Reihe, die von Ehsam Saboohi und der Post-Orientalism Music Community kuratiert wird. Sprecher ist hier der britische Vokalperformer, Schmerz und Angsttherapeut Andrew Cheffings, der u.a. über Konzepte der Heilung und Gewaltlosigkeit referiert. Das Album erscheint digital bei Noise à Noise. Mehr über Cheffings Ansatz und Werdegang findet sich auf der Bandcampseite des Releases, auf der einige Auszüge bereits erhältlich sind. Weiterlesen

Sonorystyka No​.​1: Longplayer des Dream House Ensemble

Auf Noise à Noise erscheint in den nächsten Tagen der erste Longplayer einer geplanten Reihe von Interpretationen iranischer Komponisten unter dem Titel “Sonorystyka No​.​1″. Die Werke der Komponisten Nader Mashayekhi, Ali Radman und Idin Samimi Mofakham, drei wichtige Repräsentanten zeitgenössischer Musik, werden von einer Reihe an Musikern – Soheil Shirangi (Dirigenz, künstlerische Leitung), Parsa Sotoudeh (Bass), Sina Jabari (Bariton), Ali Moghadam (E-Gitarre, Melodica), Siavash Demirian (Piano), Hossein Abdalahi (Flöte), Ali Hashemi (E-Gitarre), Shayan Sephermand (Melodica) – umgesetzt, die sich 2018 unter dem namen Dream House Ensemble zusammengeschlossen haben, um weniger bekannte Arbeiten der Neuen Musik aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufzuführen und so eine Plattform zu geben. Weiterlesen

V.A.: Tolerance – The Anthem of Unity

Über Toleranz oder Duldsamkeit ist nicht erst seit dem Zeitalter der Aufklärung viel diskutiert worden, so z.B über die Frage, ob es sich dabei um Harmonie über Unterschiede hinweg handelt oder vielmehr gerade um ein Aushalten von Disharmonie, ohne an dieser zu zerbrechen und dabei seine duldende Haltung zu verlieren. Auch natürlich über die Frage, wo eventuell Grenzen des Tolerierbaten ausgemacht werden können und die Idee der Toleranz von einem praktizierbaren Modell zu einem Weiterlesen

Moers Journey: Elektroakustisches Album des TEMBER Ensemble

Auf Noise a Noise erschien vor einigen Tagen das Livealbum “Moers Journey” des internationalen, aber stark auf musikalischen Traditionen Irans basierenden TEMBER Ensemble, das erst vor wenigen Wochen den Longplayer “Fall and Rise” veröffentlichte. “Moers Journey” basiert auf einem Mitschnitt ihrer Performance beim jüngsten Moers Jazz Festival und kombiniert die Klänge von Flöten, Perkussion und dem im Iran populären Saiteninstrument Santur mit Live-Elektronik zu einem wechselhaften Mosaik der unterschiedlichsten Stimmungsn, Klangfarben und Gangarten. Die Verwobenheit traditioneller und zeitgenössischer Soundquellen referiert auch an gesellschaftliche Themen, im Begleittext heißt es Weiterlesen

Music for Rocks: Ambientwerk von Kian Hossein

Der Teheraner Komponist und Sounddesigner Kian Hossein, der unseren Lesern von der “Noise Against Silence”-Anthologie und vom auf seinem angestammten Piano und Elektronik basierenden Album “Omni” her bekannt ist. bringt ein One Track-EP heraus, deren musikalisches Material mit den Texturen und Charakteristiken von Felsen und Felsbrocken in einen klanglichen Dialog tritt und so der Ambition folgt, Natur und Kunst zu verknüpfen. Das Resultat ist ein Ambientstück von wellenförmigem Aufbau, unter dessen warmer, harmoinischer Oberfläche zahlreiche intrikate Sounddetails auf- und abtauchen. Das Release erscheint digital über das Label Noise a Noise. Zeitgleich erscheint von Hossein am gleichen Ort ein weiterer Beitrag zur “Black Sine Wave”- Reihe. Weiterlesen

Whispers of Papers: Papierne Klänge von Ali Balighi

Noise à Noise bringen in den nächsten Tagen das Albumdebüt des iranischstämmigen Komponisten Ali Balighi heraus. “Whispers of Papers” enthält eine in vierzehn nach Farben benannte Abschnitte unterteilte Komposition, deren Klangmaterial überwiegend auf haptisch bearbeitetem Papier basiert – mit anschließender zeit- und klangbezogener Bearbeitung, die sich auf Tempo, Taktung, Fülle, Oberflächenglattheit und vieles mehr auswirkt und die das Ausgangsmaterial in unterschiedlicher Deutlichkeit durchscheinen lassen, so dass sich das vielgestaltige Resultat nicht allein auf Geräusche des Blätterns, Faltens, Reißens, Knitterns und Knüllens beschränkt. Weiterlesen

Music for Black Sine Wave: Neues von Dave Seidel auf Noise à Noise

Kein halbes Jahr nach seiner eher ambient ausgefallenen “Elegy for Harold Budd” bringt der amerikanische Komponist und Elektroakustiker Dave Seidel, der wegen seines Logos auch als Mysterybear bekannt ist, ein neues Album heraus. “Music for Black Sine Wave” ist, wie andere Alben dieses Titels, Teil des groß angelegten Sinuswellen-Projektes von Ehsan Saboohi unter dem Schirm seiner Post Orientalist Music. Auf dem Fundament von Saboohis Material komponierte Seidel per modularem Gerät vierundzwanzig kurze Tracks, die nie die Dreiminutenmarke überschreiten und in ihrer Engführung von Wucht und Minimalismus bisweilen forsch und monumental wirken. Besonders beeindruckend ist seine Hand für markante Melodien und und einen Umgang mit der Bewegung des Tempos, die passagenweise an Rock erinnert. Das Album erscheint digital übr Noise à Noise. Weiterlesen

Play The Black Sine Wave Project: Ehsan Saboohi, Claude & Ola mit neuer Kollaboration

Anfang September erscheint unter dem Titel “Play The Black Sine Wave Project” ein gemeinsames Album des iranischen Komponisten und Musiktheoretikers Ehsan Saboohi (Post-Orientalism) und des amerikanischen Duos Ola und Claude Aldous, bekannt unter dem Namen Claude & Ola. Das Projekt basiert auf einer Arbeit, die Saboohi zuvor unter dem Titel “Music for Black Sine Wave” auf der Basis von 24 mikrotonalen, sinuserzeugten Bassspuren produziert und auch separat veröffentlicht hat. Weiterlesen

Kian Hossein: Neues Album auf Noise à Noise

Anfang September erscheint das neue Album des Teheraner Komponisten, Pianisten und Sounddesigners Kian Hossein. “Omni”, das den Untertitel “Harmonizing Time and Numbers” trägt, beinhaltet vier Kompositionen für Piano und Elektronik und erforscht über Halleffekte zeitliche Aspekte der Musikerfahrung. In einem ChatGPT-generierten Text wird auf die numerologische Funktion der Zahl 19 verwiesen, die dem Konzept zugrunde liegt: “Inspired by the enigmatic allure of the number 19, this contemporary Weiterlesen

Post​-​Orientalism No. 0: Start einer Serie von Ehsan Saboohi

Im Frühjahr erscheint eine neue Reihe an Kompositionen des iranischen Komponisten Ehsan Saboohi. Der erste Teil trägt den Titel “Post​-​Orientalism No. 0″, sechs einzelne Tracks oder Sound Blocks davon sind bereits über Bandcamp erhältlich. Die Kompositionen haben einen gewissen Minimalismus gemein, der allerdings bei jedem der Stücke einen distinkten Charakter offenbart und von der Klangbeschaffenheit von dezenter Dröhnung über verspielten, rhythmischen Noise bis hin zu zitathaft eingebauter folkiger Strukturen ohne jede romantische Nostalgie rangiert. Saboohi beschreibt seinen von Denkern wie Edward Said inspirierten postorientalistischen Ansatz, dem er eine Webseite gewidmet hat, so: “Post-Orientalism is a modern music language that uses microtonal sounds and intervals alongside Weiterlesen

Politics Aesthetics: Neue Album-Trilogie von Ehsan Saboohi

Der Teheraner Komponist und Musiktheoretiker Ehsan Saboohi, der auf unseren Seiten bereits im Kontext der Noise à Noise-Compilation Thema war, bringt in wenigen Tagen ein dreiteiliges digitales Album namens “Politics-Aesthetics” heraus. Die von kleinen Nemenszusätzen abgesehen lediglich nummerierten und meist kurzen Tracks kommunizieren über eine Fülle gesampleter Klänge und andere, oftmals verfremdeter Sounds, die in ihrer kontrastreichen Intensität eine ebenso dokumentarische wie politisch-symbolische Wirkung entfalten. Die einzelnen Teile können als konzeptuell miteinander verbundene und zugleich thematisch separate Konzeptalben verstanden werden, die auf jeweils eigene Themen referieren – so das auf den Philosophen Edward Said und seinen Arbeiten zum Orientalismus bezogene Weiterlesen

Noise Against the Silence: Umfangreiche Compilation von Teheraner Noise à Noise-Label

Das iranische Label Noise à Noise bringt zum Auftakt des westlichen Kalenderjahres eine umfangreiche Compilation in vier Teilen heraus. Ein Großteil der Beitragenden der von Soheil Soheili produzierten und von den Art Directors Franziska Buhre und Erfan Dorri begleiteten Sammlung sind iranische und exiliranischer Acts, aber auch eine Reihe an internationalen Künstlern aus dem Freundeskreis des Labels sind dabei. Hierzulande etwas bekanntere Namen wie Arshan Najafi, Soheil Soheili, Blatta Joux, Chem XP, Leonie Roessler, Ali Balighi, Silo Portem, Cedrik Fermont, Ehsan Saboohi, Katharina Stadler, Ibukun Sunday, Jesus Valeni, Alya Al Sultani und Kian Hossein bilden nur einen Teil des Line-ups, das nur wenig Überschneidung mit anderen bei uns besprochenen iranischen Releases hat und so einmal mehr von der Größe der dortigen Musik-Szenen zeugt. Weiterlesen