Catherine Graindorge auf Goldsuche in Eldorado

Die belgische Komponistin Catharine Graindorge, die in der Vergangenheit mit Größen wie Nick Cave, Hugo Race und Mark Lanegan spielte und deshalb vielen eher als eine Art graue Eminenz an Geige und Bratsche bekannt ist, bringt mit “El Dorado” ihr zweites Album im Alleingang heraus. Der Titel nimmt Bezug auf den Mythos einer sagenumwobenen Goldstadt, die die spanischen Conquistadores im 16. Jahrhundert in Südamerika suchten. Weiterlesen

Gate of Klüna: Kuunatic mit erstem Longplayer bei Glitterbeat

Ende Oktober erscheint beim deutschen Glitterbeat-Label das lange erwartete Debütalbum “Gate pf Klüna” des Tribal Psych-Trios Kuunatic. Offiziellen Berichten zufolge aus Tokio, laut einiger geheimer Quellen jedoch vom Planeten Kuurandia stammend, stehen die drei Musikerinnen für eine kraftvolle Mischung aus ritueller Perkussion, krautiger Psychedelik, folkigen Arrangements aus dem Repertoire unterschiedlichster Traditionen und Weiterlesen

Samba Touré mit neuem Album auf Glitterbeat

Der Gitarrist und Sänger Samba Touré bringt mit “Binga” sein siebtes Album und sein viertes auf Glitterbeat heraus. Die neun Songs sind als Referenz an die im subsaharischen Süden Malis gelegene Region Binga und ihre musikalische Tradition gedacht, in der der Musiker aufwuchs. Mit zum Teil mehrstimmigem Gesang, der immer wieder in Weiterlesen

The Cinder Grove von Chuck Johnson auf Glitterbeat

Der in der kalifornischen Bay Area lebende Gitarrist Chuck Johnson machte spätestens durch sein vor knapp zwei Jahren erschienenes Album “Balsams” von sich reden und wurde mit seinen primär auf Pedal Steele-Guitar basierenden Kompositionen bereits als Pionier einer neuen musikalischen Machart an der Grenze zwischen meditativem Ambient und countyesker Americana gefeiert. Seine Arbeit als Solokünstler sowie in Kollaborationen und Bands wie Saariselka oder Idyll Swords reicht jedoch bis in die späten 90er zurück. Mit “The Cinder Grove” erscheint Mitte Februar sein zweites Album, dessen Songs als Elegien verschwundener oder im Verschwinden begriffener Orte konzipiert sind. Neben der Gitarre kommen Synthesizer, Orgel und verschiedene Effekte zum Einsatz, die Gastmusikerinnen Sarah Davachi, Hilary Lewis, Crystal Pascucci und Marielle V. Jakobsons steuern in einzelnen Tracks Piano und Streicher bei. Das Album erscheint als LP, CD und Download bei Glitterbeats tak:til-Imprint. Weiterlesen

Altın Gün mit neuem Album bei Glitterbeat

Ende Februar bringt Glitterbeat das dritte Album der Amsterdamer Band Altın Gün um Merve Dasdemir und Erdinç Ecevit heraus. “Yol” greift den Einfluss türkischer Psychedelik des Vorgängers “Gece” auf und kombiniert diesen nicht nur mit Folk, dezenten Reggae-Anleihen und lateinamerikanischen Einflüssen, sondern auch mit poppigen Dance- und Synthie-Elementen, was der Musik einen deutlichen Eighties-Touch verleiht. Ein weiteres Novum ist die Kooperation mit den Produzenten Oliver Geerts und Gilles Noë (Asa Moto), die ebenfalls nicht unwesentlich zur Signatur der Songs beigetragen haben.   Weiterlesen

USTAD SAAMI: Pakistan is for the Peaceful

Ustad Nasruddin Saami ist der einzige derzeit lebende Meister des Surti, einer Gesangstechnik, die sich seit dem dreizehnten Jahrhundert im Kontext der dem Sufismus entstammenden Qawwali-Musik entwickelte. Im Rahmen dieser in der Punjab-Region im heutigen Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan entstandenen Tradition des Gotteslobs bildeten sich schon früh die wesentlichen Komponenten heraus, in deren Zentrum mehrere Oktaven umfassender mikrotonaler Gesang stand, begleitet von Weiterlesen

Lucidvox debütieren auf Glitterbeat

Die russische Band Lucidvox bringt ihren ersten Longplayer heraus. Das All Female-Quartett ist mit seiner ins Noiserockige überführten Mixtur aus Psychedelic und russischer Folkmusik seit Jahren eine feste Größe im Moskauer DIY-Underground, die ersten Auftritte beinhalteten Coverversionen von Bands wie Sonic Youth und Warpaint. Weiterlesen

Edikanfo bringen 1981er Debüt auf Glitterbeat neu heraus

Knapp vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint das Debüt der achtköpfigen ghanaischen Band Edikanfo neu bei Glitterbeat Records. “The Pace Setters” mit seinen dominanten Bläsern, seinem relaxten Gesang und seinen heiteren, tanzbaren Rhythmen ist ein Klassiker der regianalen Populärmusik und rangiert zwischen dem landestypichen Highlife, Funk und gelegentlichen Dub-Ansätzen, die die herausfordernden Seiten betonen, die unterschwellig in der Musik vorhanden sind. Im Booklet sind ausführliche Liner Notes von Bandleader Gilbert Amartey Amar und von Brian Eno abgedruckt, der die Band damals produzierte. Edikanfo löste sich kurz nach der Veröffentlichung des Albums auf, da die politische Situation der 80er Jahre denkbar ungeeignet für Livemusik war. Vor kurzem hat Amar die Gruppe wieder neu aufgestellt, eine Tour durch Europa ist für die nähere Zukunft geplant.
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Fra Fra veröffentlichen Funeral Songs auf Glitterbeat

Im Rahmen der Hidden Music-Reihe bringen Glitterbeat ein Album des im Norden Ghanas beheimateten Trios Fra Fra heraus. Dem Albumtitel entsprechend handelt es sich bei den sieben Stücken um raue, live und bei Prozessionen eingespielte “Funeral Songs”. Mit Kologo, einer regionalen Langhalslaute, Flöten, Percussion und Gesang offenbart die Aufnahme eine weitere Facette traditionell angehauchter Undergroundmusik des Landes, wie sie bereits auf Compilations wie “This is Cologo Power” und “This is Frafra Power” demonstriert wurde. Der Name der Band ist der Bezeichnung einer regionalen Sprache sowie einer geläufigen Fremdbezeichnung für Sprachgemeinschat als ethnische Gruppe entlehnt.
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Flash of the Spirit: 4. Welt-Klassiker von Jon Hassell und Farafina ercheint neu

Nach über dreißig Jahren erscheint die Kollaboration “Flash of the Spirit” des amerikanischen Komponisten und Trompeters Jon Hassell und der in Burkina Faso beheimateten Musik- und Performance-Combo Farafina, die seinerzeit von Brian Eno und Dainel Lanois ko-produziert wurde, neu und in allen gängigen Formaten bei Glitterbeat.

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LOS PIRAÑAS: Historia Natural

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, die hierzulande für viele sicher ein unentdeckter Ort ist, scheint es eine lebhafte Musikszene zu geben, in der passionierte Nerds mit großer Virtuosität und geringem Respekt vor Kultur- und Genregrenzen so ziemlich alles channeln, das nicht bei drei auf den Bäumen ist: die Verwegenheit des klassischen Rock’n'Roll, Rhythmen und Instrumente aus südamerikanischer Populärmusik, die Radikalität von Hardcore und Metal, cartoonhafte Pulp Fiction Weiterlesen

Bantou Mentale debütieren auf Glitterbeat

Das im kongolesischen Kinshasa und im Pariser Chateau Rouge beheimatete Quartett Bantou Mentale bringt Ende Oktober seinen ersten Longplayer (LP/CD) über das deutsche Label Glitterbeat heraus. Die Band setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern lokal bekannter Gruppen zusammen und gilt in der DRC vermutlich als Allstar-Combo. Ihr vitaler, basslastiger Mix aus Rock und Electronica speißt sich aus ganz unterschiedlichen Stileinflüssen. Weiterlesen

PARK JIHA: Philos

Obwohl die Multiinstrumentalistin Park Jiha bereits seit 2016 unter ihrem eigenen Namen Musik herausbringt und seitdem ihr Bandprojekt 숨[suːm] auf Eis gelegt hat, ist erst das gerade erschienene “Philos” ein Soloalbum im engeren Sinne. Für dieses Werk spielte sie alle Instrumente – die einer Oboe vergleichbare Bambusflöte namens Piri, das dem Hackbrett ähnliche Yanggeum, eine koreanische Mundorgel namens Saenghwang sowie diverse Perkussions-Instrumente – selbst im Studio ein und komponierte so eine Musik, deren Weiterlesen

KEL ASSOUF: Black Tenere

Anana Ag Haroun und seine Band Kel Assouf zählen seit dem Debüt “Tikounen” zu den innovativsten und kompromisslostesten Musikern am südlichen Rand der Sahara – das schrieb u.a. auch der Guardian, der für die schwer zu kategorisierende Stilmischung und die ethnische Herkunft der Band noch den Begriff Tuareg verwendete. Haroun selbst zieht die Begriffe Ishumar für die Musik und Kel Tamashek für die Volksgruppe vor, weil sie keine Fremdbezeichnungen und obendrein spezifischer sind. Mit Purismus hat dieser Anspruch allerdings Weiterlesen

STELLA CHIWESHE: Kasahwa (Early Singles)

Die Musik, die Stella Chiweshe seit den frühen Siebzigern spielt, stand in ihrer Heimat Simbabwe und in der Tradition der Shona-Volksgruppe ursprünglich in einem rein sakralen, rituellen Kontext. Nach dem Tod eines Angehörigen soll dessen Seele vom ziellosen Umherwandern bewahrt und wieder in den Familienkreis zurückgeholt werden. Angerufen wird die Seele mit ausgiebigen Tänzen und einer rituellen Musik, die auf Gesängen, Rasseln und Mbira basiert – letzteres eine den Xylophonen verwandte Weiterlesen

YONATAN GAT: Universalists

Über Yonatan Gat gibt es so viel zu sagen, dass man am besten gar nicht nach Vollständigkeit strebt, aber vielleicht sollte man zumindest erwähnen, dass er schon vor seiner Solokarriere berüchtigt und gefürchtet war, nämlich als Gitarrist der Garage Punk-Truppe Monotonix, die nach einigen Konzerten im Großraum Tel Aviv überall Hausverbot hatten, aus berechtigter Sorge der Venuebetreiber um ihr Mobiliar und die Unversehrtheit ihrer Besucher. Weiterlesen

My instruments are a means to tell my stories. Interview mit der koreanischen Musikerin und Komponistin Park Jiha

Park Jiha spielt verschiedene Blas- und Perkussions-Instrumente der traditionellen koreanischen Musik, auf ihrem Debüt Communion verbindet sie dies mit Saxophon, Schlagzeug und anderen modernen Klangquellen. Ihre Musik enthält, wie sie im Interview sagen wird, einiges an typisch koreanischen Empfindsamkeiten, doch auch ohne Einblick in diese fremde Tradition kann man jenseits exotisch-romantischer Projektionen manch Vertrautes in ihrer Musik finden. So sehr die verschiedenen Einflüsse ihre Kompositionen und ihre Spielweise automatisch prägen mögen, ist ihr Ansatz doch ein spontaner, und die wichtigsten Antriebe findet sie in ihrer eigenen, individuellen Biografie. Über diese und manch anderes sprachen wir im kürzlich geführten Interview. Weiterlesen

My instruments are a means to tell my stories. Interview with Korean musician and composer Park Jiha

Park Jiha plays various traditional Korean woodwind and percussion instruments and on her debut album “Communion” she combines them with saxophone, drumkit and other modern sound sources. As she is pointing out in the interview, her music contains a lot of typical Korean sensibilities, but even without any insight into this tradition, you can find some familiarity in her music far beyond exotic-romantic projections. As much as the different influences may automatically shape her compositions and her playing, her approach is of a spontaneous kind, and the most important inspirations are found in her own individual biography. We talked about these and many other things in this recent interview.
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PARK JIHA: Communion

In Südkorea, vornehmlich in Seoul, gibt es eine kleine rührige Szene von jungen Musikern, die von klein auf mit der sogenannten Gukak, der traditionellen Musik ihres Landes vertraut sind, die irgendwann aber – nicht nur durch Aufenthalte im Westen – mit anderen Stilrichtungen wie Jazz oder diversen Electronica in Berührung gekommen sind. Auffallend oft kommen dabei Resultate zustande, die belegen, dass Hybride aus traditioneller und moderner, östlicher und westlicher Musik keine zusammengekleisterten Konstrukte sein müssen, sondern wie Weiterlesen