VOICE OF EYE / THOMAS DIMUZIO / SORIAH: Aphelion

Im Rahmen der Sym-Reihe von Drone Records erscheint diese Zusammenarbeit von Künstlern, die lange Karrieren im Feld experimenteller Musik haben. Das Duo Voice Of Eye hat über Jahrzehnte hinweg Drones mit perkussiven Elementen kombiniert, Thomas Dimuzio, der sich auf „Aphelion“ für den Buchla-Synthesizer verantwortlich zeigt, ist seit Ende der 80er aktiv und Soriah hat solo oder mit anderen zahlreiche von seinem Kehlkopfgesang geprägte Alben veröffentlicht. Weiterlesen →

BLAKE HORNSBY: Brugmansia

Nachdem der in der amerikanischen Apallachenregion beheimatete Experimentalfolker Blake Hornsby auf dem vor rund zwei Jahren erschienenen “A Village Of Many Springs” noch stärker dem Raga und dem Erbe von Gitarristen wie John Fahey frönte, bewegt er sich auf “Brugmansia” noch tiefer hinein in jene eigentümliche Zone eines sogenannten Freak Folk, in welcher akustische Instrumentierung, psychedelische Improvisation, Naturklänge und östlich inspirierte Weiterlesen →

IRR. APP. (EXT.): Hyms To The Extrusiarch

Jüngst sind drei neue Veröffenlichungen im Rahmen von Drones Sym-Reihe erschienen, u.a. die auf 250 Exemplare limitierte CD von Irr. App. (Ext.), dem Projekt von Matt Waldron, der in den vergangenen Jahrzehnten, ob als Mitglied von Nurse With Wound  oder solo, originelle Geräuschmusik veröffentlicht hat und als Zeichner oftmals seltsame Hybridwesen erschafft, die häufig auch seine Cover bevölkern – so auch auf der neuen Veröffentlichung „Hyms To The Extrusiarch“. Weiterlesen →

JAD ATOUI: It Will Take Forever

Schon die ersten Minuten von “It Will Take Forever” zeigen, dass es Jad Atoui auf seinem neuen Album weniger um klassische Kompositionen als um das Aufzeigen stets veränderlicher Zustände geht. Raues Schaben, verzerrte Oberflächen und stoische rhythmische Fragmente geraten im eröffnenden “Pressure Dream” fast unmerklich in Bewegung, bis sich schwebende Ambientflächen darunterlegen und die Wahrnehmung von Weiterlesen →

GLORIA DE OLIVEIRA: Fading Faces

Mit ihrer neuen Single “Fading Faces” öffnet Gloria de Oliveira das Tor zu ihrem kommenden Album “The Lying Swans”, das Ende Oktober erscheinen wird. Schon dieser Vorbote macht deutlich, dass sie ihren unverwechselbaren Klangkosmos weiter vertieft – mehr dazu dann recht sicher auch an dieser Stelle. Weiterlesen →

ÜMLAUT: Because You Are Alive, Everything Is Possible

Ümlaut bleibt auch mit “Because you are alive, everything is possible” seinem offenen, prozesshaften Verständnis von Klang treu und erschafft hier vielleicht sein bislang zugänglichstes und zugleich eindringlichstes Werk. Die beiden ausgedehnten Kompositionen entwickeln sich aus Feldaufnahmen, Rauschen, sanft pulsierenden Synthesizerflächen und perkussiven Details zu organisch wirkenden Weiterlesen →

NOVEMBER NÖVELET: All Your Love

Vor zwei Wochen besprachen wir hier mit dem Tape „Mangfall“ Material aus der Frühphase Haus Arafnas, Karl Runaus und Galakthorrös. „All Your Love“ dagegen bildet die Gegenwart ab. Ursprünglich als etwas weniger rabiates Seitenprojekt Haus Arafnas konzipiert, haben November Növelet im Laufe von vier Alben und drei EPs ihren Sound ausdifferenziert und perfektioniert. Weiterlesen →

TWELVE THOUSAND DAYS: As The Moon Draws The Tide

Schon das erste Auftauchen von Martyn Bates’ unverwechselbar hochstürmender Stimme genügt meist, um klarzumachen, dass man sich in der eigentümlichen Zwischenwelt von Twelve Thousand Days befindet. Auch auf dem vor ein paar Monaten erschienenen “As The Moon Draws The Tide” setzen Bates und Alan Trench ihre bisweilen behutsame, aber immer konsequente Reise fort. Wieder begegnen sich Weiterlesen →

V.A.: Ethiopian Musics 1971

Äthiopien nimmt innerhalb der afrikanischen Musikgeschichte(n) seit jeher eine besondere Stellung ein. Über Jahrhunderte hinweg entwickelten sich dort eigenständige musikalische Traditionen, die trotz vielfältiger kultureller Kontakte ihre charakteristischen Skalen, Gesangsformen und Instrumente bewahrten. Zugleich ist das Land Heimat einer außergewöhnlichen ethnischen Vielfalt, deren musikalische Ausdrucksformen sich Weiterlesen →

ANIQO: The Turn

Manche Songs erzählen von einem Wendepunkt, andere wiederum verkörpern ihn bereits während man sie hört. Zu dieser zweiten Kategorie gehört “The Turn”, die dritte Vorabsingle aus dem kommenden Album “Earth, Love and Variations” der Berliner Sängerin und Musikerin Anita Goß alias Aniqo. Neben ihr tragen Torsten Füchsel (Gitarren, Bass), Phil Murphy (Drums) sowie Bill Ryder-Jones an Weiterlesen →

KJOSTAD / MATRIARCH: Split

New Forces wiederveröffentlichen dieses kurze Splittape, das urspünglich anlässlich der 2023 Tour der beiden Projekte entstand. Kjostad ist „[b]enannt nach dem gleichnamigen See im Norden Minnesotas, [...] die meisten Tracks [basieren] auf dort gemachten Feldaufnahmen, die aber teils stark bearbeitet werden. Passenderweise hieß eine frühere Veröffentlichung des Projekts ‘Environment Electronics’, Weiterlesen →

DEMONOLOGISTS w/VAINORAS: Plantae Arcanvs

Das Cover dieses Albums sieht aus, als habe Botanist (den toten, aber träumenden) Cthulhu als Alraune auf(er)stehen lassen. „Plantae Arcanvs“, dessen Titel allesamt auf allerlei pharmakologisch verwendbare Pflanzen verweisen, ist eine Zusammenarbeit zwischen Demonologists aus Indiana, die auf einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen „blackened horror electronix“ gespielt haben, und dem australischen Saxophonisten Vainoras, der seine Musik selbst als „Doom ridden jazz music“ bezeichnet Weiterlesen →

DAVID EUGENE EDWARDS: Mercurial Silence

Was alle Arbeiten, an denen David Eugene Edwards beteiligt ist, gemeinsam haben – ob mit den (zumindest für eine Tour) reformierten 16 Horsepower, die jüngst noch in (ausverkauften) Hallen spielten, mit Wovenhand, auf der Zusammenarbeit mit Alexander Hacke oder jetzt auf dem zweiten Soloalbum –, ist die Stimme, die alle Aufnahmen und Auftritte prägt – in diesem Fall ist das überstrapazierte Adjektiv „unverkennbar“ ganz sicher keine Hyperbel. Weiterlesen →

CONTRASTATE: Seven Flies Feeding In The Tears Of A Woman’s Eye

Seit Ende der 80er gehören die Pestmaskenträger von Contrastate zu den eigenständigsten Formationen in der Folge des Industrial. Während die museale Feier vergangener Zivilisationsbrüche seit Jahrzehnten Standard geworden ist, hat sich das Projekt um Jonathan Grieve, Stephen Meixner und Stephen J. Pomeroy immer wiede rauf die Suche nach Ungekanntem begeben. Nach dem 2024 erschienenen “Live Without Agriculture” folgt nun Weiterlesen →

ALISON COTTON: The Gods Laugh

Alison Cotton hat in den letzten Jahren auf einer Reihe von Alben, die etwa Titel wie „Only Darkness Now“ trugen, eine dichte, schwere Musik veröffentlicht – ein Adjektiv, das sich manchmal findet, um ihre Musik zu beschreiben, ist „haunting“. Daher passt es ganz sicher, dass die BBC Cotton vor einigen Jahren beauftragte, Musik für die Geistergeschichten Muriel Sparks zu komponieren. Weiterlesen →

V.A.: The Oneirocritical Society Vol. 3

Der dritte Teil von “The Oneirocritical Society” führt das faszinierende Konzept der Anthologie konsequent weiter: Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Träume in meist loopbasierten Klangstücken, die, unterfüttert durch das atmosphärische Artwork der Künstlerin Christine Filonow, beim Einschlafen in die eigenen Traumwelten hineinwirken sollen. Weiterlesen →

V.A.: Patronage V

Hauch Records’ „Patronage V“ bringt, wie im Titel schon deutlich wird, die zwölf Singles zusammen, die im Jahre 2025 über Patreon erhältlich waren. Die darauf vertretenen Künstlerinnen und Künstler werden vom Label als „underdogs“ tituliert, von denen viele in der Rhein-Ruhr-Region verortet sind, zu denen aber – so der Hinweis -  inzwischen auch Perosnen aus Berlin, Brighton, Brisbane und Hamburg hinzugekommen seien. Weiterlesen →

LAGOSS / BABAU: Splitting Hits For The Heat Damage

Hitze als Bedrohung, Hitze als Trancezustand, Hitze als Zerrbild der Wahrnehmung und als Zustand, in dem sich Halluzinationen, Beklemmung und fiebrige Wachheit miteinander vermengen. Dies könnte als eine Art Motto für “Splitting Hits For The Heat Damage”, das Split-Tape der Formationen Lagoss und Babau, fungieren, das weniger konkrete Geschichten erzählt als vielmehr Stimmungen beschwört: das Schwanken zwischen Weiterlesen →