T. Gowdy mit neuer LP

Tim alias T. Gowdy, der meist im Zweijahres-Rhythmus neue Lebenszeichen in die Welt schickt, bringt Anfang Juni sein neues Album “Miracles” heraus, das den hypnotisch-perkussiven Ansatz des Vorgängers “Therapy With Colour” (2020) weiterführt. Das Material auf “Miracles” entstand 2018 und war ursprünglich für ein bis heute unvollendetes audiovisuelles Projekt gedacht, dass sich inhaltlich mit Überwachungsaufnahmen befasst. Das Album erscheint in den gängigen Formaten bei Constellation Records. Weiterlesen

Automatisme und Stefan Paulus mit neuer Kollaboration

Mehr oder weniger zeitgleich zu William Jourdain alias Automatismes “Statique”-Tape auf Mille Plateaux bringen Constellation Records eine gemeinsame LP des kanadischen Producers und des schweizerischen Künstlers Stefan Paulus heraus. Unter dem Titel “Gap/Void” entstand eine Arbeit, bei der Paulus’ in ihrer prozessierten Form z.T. rabiate Field Recordings u.a. von Wind und Wetter in unwegsamen Regionen der Welt mit dem sauberen Sounddesign von Jourdains digital erzeugten Rhythmen fusionieren. Weiterlesen

Familiar Science: Neues von Joyfultalk auf Constellation

Nach “Plurality Trip”, “A Separation of Being” und der digitalen EP “New Biology” kehrt Joy Crocker erneut mit seinem Projekt Joyfultalk zurück zu Constellation Records und bringt in den nächsten Tagen den Longplayer “Familiar Science” heraus. Im Unterschied zu den Duett-Formaten früherer Veröffentlichungen arbeiten Crocker diesmal mit einem umfangreicheren Ensemble in der Tradition einer Jazzcombo, deren Brass Section, Saiten und Drums dem Soundart-Charakter keinen Abbruch tun. (Nicht immer) smoothe Bläser spielen vor herausfordernden rhythmischen Klangkulissen, die immer wieder selbst zu Akteuren werden, deren Tempo und rhythmische Struktur sich im steten Wandel befindet. “Familiar Science” erscheint in den gängigen Formaten. Weiterlesen

Neuzugang auf Constellation Records: Kee Avil mit Single und Album

Constellation Records kündigen mit Vicky Mettler und ihrem Projekt Kee Avil einen Neuzugang in ihrem Label-Programm an. Die aus Montréal stammende Producerin, die vor drei Jahren bereits eine EP auf Black Bough Records herausbrachte und mit zahlreichen Kollegen wie Sam Shalabi zusammenarbeitete, überblendet in ihren Stücken Einflüsse des Postpunk mit elektronischer und elektroakustischer Musik, das Label nennt zum Vergleich so unterschiedliche Künstler wie Scott Walker, Björk, Matmos und Rashad Becker. Das Albumdebüt soll noch diesen Winter erscheinen, als Vorab-Single ist der Song “See, my shadow” bereits in einem Video zu sehen – laut Constellation “a kinetic assemblage of tension and release with chiselled guitar lines, plucked and pounding prepared piano, scraping metal, electroacoustic micro-samples and alternating blasts of crisp drum programming, all galvanised by Kee Avil’s intimate, inscrutable, insistent vocal.” Weiterlesen

Phosphene: Drittes Soloalbum von Jessica Moss

Die Geigerin Jessica Moss, bekannt u.a. für ihre Teilnahme an Bands wie Thee Silver Mt. Zion und Black Ox Orkestar und zahlreichen weiteren Kollaborationen, bringt in den nächsten Tagen ihr drittes Soloalbum heraus. “Phosphenes” ist nach der Illusion von Licht ohne wirkliche Lichteinwirkung benannt, ein Phänomen, das man in der stimmungsmäßigen Kontrastierung von Hell und Dunkel durchaus gespiegelt sehen kann. Das Album ist in primär zwei Abschnitte geteilt und enthält auf der ersten Seite zunächst die dreiteilige “Contemplation”-Suite, bei der ihre Violinparts nur minimal bearbeitet wurden. Die zweite Seite beginnt mit zwei ausgesprochen experimentierfreudigen Tracks, deren Bearbeitung das Klangmaterial z.T. recht weit vom typischen Klang des Instruments wegbewegt und ihre Höhepunkte in beinahe noisigen Passagen finden. Den Abschluss bildet ein songorientiertes Stück, bei dem Moss und Gastsänger Julius Levy zu Piano, Violine und Gitarre im Duett singen. “Phosphenes” erscheint in allen gängigen Formaten bei Constellation Records. Weiterlesen

Qalaq: Neues Album von Jerusalem in my Heart mit zahlreichen Gästen

Unter dem Titel “Qalaq” bringen die in Montreal lebenden Erin Weisgerber und Radwan Ghazi Moumneh ein neues Album ihres multimedialen Projektes Jerusalem in my Heart heraus. Im Unterschied zu seinem Vorgänger “Daqa’iq Tudaiq”, das mit einem 15köpfigen Ensemble an Musikerinnen und Musikern eingespielt wurde, entstand “Qalaq” weniger wie das Werk einer Band, sondern – auch pandemiebedingt – Schritt für Schritt in Mailart-Manier. Initial waren Moumnehs Gesang und Rezitation sowie seinee Beiträge auf der Buzuk (einer Laute) und diverser Elektronik. Anschließend wurde das Ausgangsmaterial an zahlreiche internationale Kollegen verschickt, die es Weiterlesen

Jessica Moss kündigt Europatour an und präsentiert neuen Song

Jessica Moss, die vielen als Geigerin bei Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Laniakea, Oiseaux-Tempête und zahlreichen anderen bekannt ist und zugleich schon eine Reihe an eigenen Arbeiten veröffentlicht hat, kommt im November für 17 Shows nach Europa, mit Dresden (4.11.) und Jena (5.11.) stehen hierzulande zwei Termine auf dem Plan, im näheren Umland (Winterthur 6.11., Genf 7.11., Utrecht 13.11., Kopenhagen 22.11., Aarhus 23.11.) gibt es weitere Konzerte. Weiterlesen

Source Crossfire: Retrospektive der Post Punk-Band Sofa bei Constellation

Constellation Records bringen Mitte September eine Rarität aus den frühen Tagen des Labels in Form einer Retrospektive der heute als obskur gehandelten Montréaler Post Punk-Combo Sofa heraus. Die Band wurde von Constellation-Mitgründer Ian Illavsky zusammen mit drei weiteren Musikern formiert, die zusammen das typisch punkige Stimme-Gitarre-Bass-Drums-Schema bedienten. Man könnte den hier bewusst weit gefassten Genrebegriff in Anführungsstriche setzen, denn in Sofas Fall ist damit keine stylische Gothic-Variante gemeint, sondern eine eher etwas dreckige Musik, deren Machart Punk und Hardcore ebenso viel verdankt wie verrauschtem Slowcore und schwergewichtigem No Wave. Die in den Startlöchern kauernde Doppel-LP enthält den ersten 1997 erschienenen Longplayer “Grey” sowie eine Auswahl an Tracks von vorausgegangenen Tapes – sämtliches Material wurde Jace Lasek und Harris Newmanneu gemastert, Sänger Brad Todd steuerte neues Artwork bei. Das Material erscheint außerdem digital. Weiterlesen

Saxophon und Elektroakustik: Jason Sharp auf Constellation

Der kanadische Saxophonist und Elektroakustiker Jason Sharp bringt Ende August sein drittes Album “The Turning Centre of a Still World” bei Constellation Records heraus. Basierend auf dem Einsatz von Bass- und Bariton-Saxophon, einem maßgeschneiderten Modularsystem, weiterer Elektronik und dem gesampleten Sounds des eigenen Atems und Herzklopfens sind die Stücke des Albums ein grandioses Beispiel des Zusammenwirkens von Mensch und Maschine und wie geschaffen für den Synthie-Score eines Science Fiction-Filmes. Das Album ist Sharps erste reine Solo-Arbeit, die Aufnahme übernahm Radwan Ghazi Moumneh (Jerusalem In My Heart, Matana Roberts, Suuns). Es erscheint mit Artwork von Daïchi Saïto in allen gängigen Formaten. Weiterlesen

T. Griffin mit Soundtrack zu Architektur-Doku

Der in New York lebende Komponist und frühere Vic Chesnutt-Kollaborateur T. Griffin bringt einen neuen Soundtrack auf LP heraus. “The Proposal” enthält die Musik zu Jill Magids Filmdokumentation über den mexikanischen Architekten Luis Barragán, bei der es nicht nur um die sinnlichen Dimensionen seiner architektonischen Räume, sondern auch um Fragen (künstlerischer) Urheberschaft und Privateigentum geht. Griffin, der bereits über fünfzig Filmmusiken, primär für Dokus, komponiert hat, hat mit einem großen Aufgebot an Klangquellen (Banjo, Gitarren, Bass, verschiedene Perkussion, Keyboards, Field Recordings, Streicher und Bläser) einen Sore geschaffen, der die Bilder mit vielschichtigen und gleichsam subtilen Mitteln zur Geltung bringt. Zu den Mitwirkenden zählen u.a. Sophie Trudeau und Timothy Herzog (Godspeed You! Black Emperor). Das Album erscheint Mitte Juni aus LP, CD und digital mit Bonustrack auf Constellation. Weiterlesen

REBECCA FOON: Waxing Moon

Wer nichts mit dem Namen Rebecca Foon anfangen kann, hat eventuell trotzdem bereits Musik von ihr gehört, denn sie spielte für Jahre Cello bei Silver Mt. Zion und diversen Variationen des kanadischen Kollektivs, auch war und ist sie die treibende Kraft der Projekte Saltland und Esmerine. “Waxing Moon”, das sie mit einem prominenten Aufgebot an Kollegen einspielte und das ihren persönlichen Sorgen und Hoffnungen Ausdruck geben soll, erscheint erstmals unter ihrem bürgerlichen Namen. Weiterlesen

Therapy With Colour: T. Gowdy mit neuem Album bei Constellation

Constellation bringen im Mai das vierte Album des kanadischen Soundkünstlers T.Gowdy heraus. Die fünf meist minimalistischen, streckenweise perkussiven, verrauschten, spannungsgeladenen und durchgehend hypnotischen Tracks auf “Therapy With Colour” sind über eine Zeitspanne von knapp zwei Jahren entstanden und gehen auf ein Selbsthypnose-Experiment zurück, bei dem Gowdy eine Nova Pro 100 Light & Sound Mind Machine verwendete. Weiterlesen

Jay Crocker bringt neues JOYFULTALK-Album heraus

Unter dem Titel “A Separation of Being” escheint auf Constellation Records Mitte März das dritte Album von Jay Crockers Projekt JOYFULTALK. Basierend auf dem einsatz zahlreicher selbstgefertigter Instrumente und von Jese Zubrot beigesteuerten Streicherpassagen vereint das Album Minimalismus mit Einflüssen von Folktraditionen verschiedener Kontinente.

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LAND OF KUSH: Sand Enigma

Ganze sechs Jahre ist es nun her, dass Sam Shalabi sein Großprojekt Land of Kush zuletzt zum Leben erweckte. Damals, in den Nachwehen des kurzen arabischen Frühlings, ging es darum, mit einem Ensemble von über zwanzig MusikerInnen und einer Tonne gesampleter Sounds ein sinnenforderndes und ungeschminktes Porträt des “Big Mango” zu zeichnen, wie die Einheimischen die ägyptische Hauptstadt nennen. “Sand Enigma” steht erneut in Weiterlesen

OFF WORLD: I

Off World ist das neue Steckenpferd des kanadischen Komponisten Sandro Perri, der einigen sicher aus der Diskografie von Constellation Records her bekannt ist, und wenn nicht unter seinem bürgerlichen Namen, dann als Polmo Polpo. Unter diesem Namen veröffentlichte er um die Jahrtausendwende einige abstrakte Electronica-Longplayer. Die Entscheidung, als Solokünstler wahrgenommen zu werden, ging einher mit dem Interesse, seine Fühler in alle nur denkbaren Richtungen auszustrecken Weiterlesen

LAND OF KUSH: The Big Mango

Sehr szenisch beginnt diese Hommage an den „Big Mango“, wie die Ägypter ihre Haupttadt in Anlehnung an den „Big Apple“ New York nennen, und wenn man den vielen Berichten über die Stadt glaubt, dann ist der beste Einstieg in der Tat, sich relativ orientierungslos ins wilde Treiben zu stürzen. In dem Film, der hier vor geschlossenen Ausgen abläuft, erweist sich die Metropole Al-Qāhira ihrem Ruf entsprechend als Ort solch kruder Gegensätze, dass sich die heterogenen Eindrücke kaum auf etwas Typisches, auf einen verbindlichen Kern reduzieren lassen. Es sei denn, man versteht darunter die Heterogenität selbst und die Geballtheit der Herausforderungen an die Sinne. Weiterlesen