Rolf Gisler mit DarkSonicTales bei Hallow Ground

Der Luzerner Rolf Gisler, der vor einigen Jahren mit dem Projekt Boys Sit Down Please aktiv war, bringt den ersten Tonträger unter dem Namen DarkSonicTales bei Hallow Ground heraus. Die Aufnahmen gehen auf eine Residenz des Klangkünstlers in einem 300 Jahre alten Haus in der Schweitz zurück, bei der Gisler die klangliche Umgebung des Ortes mittels Field Recordings, Stimme sowie elektronischen und akustischen (u.a. Kalimba, Singende Säge) Instrumenten erforschte und anschließend in bearbeiteter Form auf dem selbstbetitelten Album dokumentierte. Weiterlesen

Dog Mountain: Neues Album von Laurin Huber auf Hallow Ground

Der in Zürich lebende Musiker und Edipo Re-Gründert Laurin Huber bringt mit “Dog Mountain” sein zweites Album heraus. Verglichen mit dem im letzten Jahr erschienenen “Junction” mit seinem starken Fokus auf Synthesizer und programmierten Rhythmen sind die vier neuen Tracks von einer vielgestaltigeren Machart und basieren neben Synthies auf akustischen Gitarren, Field Recordings und dem Eisatz von Tape Loops und Feedback. “Dog Mountain” ist laut Huber der politischen und sozialen Konstruktion von Grenzen gewidmet und knüpft mit seinem Fokus auf das Trennende an die Auslotung binärer Systeme auf dem Vorgänger an. Die Titel der einzelnen Stücke referieren alle auf die Grenzregionen zwischen Russland und dem europäischen schengen-Raum in Norwegen und Finnland. Das Album erscheint als LP und digital bei Hallow Ground. Weiterlesen

Empty Room: Raumspezifische Aufnahmen von David Granström

Hallow Ground bringen Anfang April eine neue LP des schwedischen Gitarristen und Dronemusikers David Granström heraus. “Empty Room” ist so etwas wie das Schwesteralbum von Mats Erlanssons “Minnesmärke”, das ebenfalls von dem Schweizer Haus veröffentlicht wird und enthält fünf vielfarbig schillernde, hypnotische Tracks, deren mal filigrane, mal metallschwere Klanggestalt von Labelseite mit Arbeiten von Fennesz und Sunn O))) verglichen wurden. Auch Granströms Kompositionen wurden für ein Projekt im Kunstzentrum Ställbergs Gruva, einer stillgelegten Grube, konzipiert und sind auf die Geschichte und die örtlichen Besonderheiten der ehemaligen Bergbauregion Bergslagen bezogen. Aufnahmeort ist das innere der Mine. Weiterlesen

Minnesmärke: Neue LP von Mats Erlandsson

Dröhner und Multiinstrumentalist Mats Erlandsson bringt ein neues Album heraus, an dem desweiteren Hilary Jeffery (Posaune, Tuba), Gaianeh Pilossian (Violine) und Yair Elazar Glotman (Kontrabass) mitwirken. “Minnesmärke” setzt sich thematisch mit der Sozialgeschichte des mittelschwedischen Bergbaugebietes Bergslagen auseinander und entstand im Kontext einer Artist Residency im Kunstzentrum Ställbergs Gruva. Minnesmärke” erscheint als LP bei Hallow Ground und ist digital bereits erhältlich. Weiterlesen

Norman Westberg und Jacek Mazurkiewicz auf Hallow Ground

Hallow Ground bringen dieser Tage die erste gemeinsame Arbeit von Swans-Veteran Norman Westberg und dem Kontrabassisten Jacek Mazurkiewicz heraus. Die beiden lernten sich vor einigen Jahren kennen, als Mazurkiewicz mit seinem Projekt 3FoNIA auf einigen europäischen Bühnen als Support für die Swans auftrat. Später, als Westberg Michael Gira bei seiner Solo-Tour begleitete, trafen die beiden sich erstmals in einem Studio, und der Grundstein zur Kollaboration wurde gelegt. Die fünf Tracks auf “First Man in the Moon” – nicht “on the Moon”! – packt viele kleinteilige Spannungs- und Überraschungsmomente, die der Improvisation und der Lust, Gitarre und Bass zum Teil unerhörte Sounds abzugewinnen, in einen Rahmen schwebender Dröhnung. “First Man in the Moon” erscheint am 12. März als LP und Download. Weiterlesen

Neues Album von Miki Yui auf Hallow Ground

Die in Düsseldorf lebende japanische (Klang-)Künstlerin Miki Yui, die unsere Leser von der Compilation “Seitō: In the Beginning, Woman Was the Sun” her kennen, bringt ihr mittlerweile siebtes Soloalbum beim Luzerner Qualitätslabel Hallow Ground heraus. “Aperio!”, das im deutschen “Ich enthülle!” bedeutet und etymologisch mit dem Namen des Frühlingsmonats April verwandt ist, schickt sich an, die Wirklichkeit hinter der Oberfläche der alltäglichen Dingwelt zu enthüllen – in rauschenden, dröhnenden, vibrierenden und pulsierenden Klangwelten, deren Sensualität nie zu sehr einer glatten und allzu runden Eingängigkeit geopfert wird, bei denen Organisches und Anorganiches aufeinander trifft, und in deren Tiefen sich viel Kleinteiliges rührt. Weiterlesen

SIAVASH AMINI: The Mimesis of Nothingness

Zu den interessantesten Versuchen, einen Ort im künstlerischen Medium, sei es Bild, Text oder Klang, erfahrbar zu machen, zählen jene, die den Blick auf eher untypische Aspekte lenken. Ein solcher Fokus richtet sich an ein aktives Publikum, das die präsentierten Details mit dem vorhandenen Wissen zu einem kaum festschreibbaren, hypothetischen Rahmen synthetisiert, und er umschifft ganz nebenbei eine Menge Klischees. Weiterlesen

FRÉDÉRIC D. OBERLAND / IRENA Z. TOMAŽIN: Arba, Dâk Arba

Mit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit lieferten Frédéric D. Oberland (Oiseaux-Tempête) und Irena Z. Tomažin (Borghesia) den Soundtrack zu einer ungewöhnlichen Klang- und Bild-Installation von Fanny Béguély, bei der eine Reihe dunkler Fotografien in einem noch dunkleren Raum mittels Verfremdung durch Chemikalien ein interessantes Motiv anklingen lassen – die Versuche des Menschen, seinen Platz in Raum und Zeit zu ergründen und seine Bemühung, mit Weiterlesen

Fujita Yosuke mit neuem Album bei Hallow Ground

Fujita Yosuke, der in der Vergangenheit mit Musikern wie Suzuki Akio oder Yamantaka Eye (Boredoms) gearbeitet hat, ist nach fast zehnjähriger Solo-Pause zurück und bringt unter seinem einprägsamen Projektnamen FUJI||||||||||TA ein neues Album heraus. “Iki”, zu deutsch “Atem”, basiert ganz auf einer vom Musiker vor Jahren selbst gebauten Orgel mit elf Pfeifen. In seiner eher meditativen Ausrichtung unterscheidet sich das Album, das u.a. von traditionellen Gagaku beeinflusst ist, stark vom abstrahierten Charakter früherer Arbeiten.

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ELECTRIC SEWER AGE: Contemplating Nothingness

In den letzten Jahren hat Danny Hyde durch seinen – und hier setze jeder das ihm passende Adjektiv ein – Umgang mit Coil-Material für Kontroversen gesorgt. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die gegenwärtige Situation des Coil-Nachlasses zu den traurigsten Kapiteln der Industrial Culture gehört. Vor etlichen Jahren debütierte Hyde nach langen Jahren als Studiomann als Solokünstler unter dem Projektnamen Aural Rage mit rhythmischen Tracks und auf dem bislang einzigen Album überarbeitete er auch Stücke, die er mit/für Coil geschrieben hatte. Mit „FJ Nettlefold“ konnte man dort das letzte von Balance eingesungene Stück hören. Weiterlesen

REMO SEELAND: Hollow Body

Wenn man etwas tiefer in die Arbeit Remo Seelands als Musiker, Kurator und Labelgründer eintaucht, fällt auf, dass das Wort „Hollow“ immer wieder vorkommt. Der Leib, die Gebeine, die Stadt – all dies wird in einem hohlen Zustand der Leere dargestellt, und wenn man seinen Assoziationen freien Lauf lässt, kann man auch Hallow Ground, den Namen seines Labels, als daran anknüpfendes Wortspiel lesen und den Bogen bis zu seiner früheren Industrial-Band Náda schlagen. Es ist ein Bildbereich, der auf etwas Desolates, auf einen Mangel anspielen mag, der aber zugleich die Weiterlesen

9T ANTIOPE / SIAVASH AMINI: Harmistice

Es gibt sicher Angstträume, die von bedrückender Stille sind. Handeln solche Träume vom Krieg, so ist ihnen wahrscheinlich eher eine laute, von schrillem Lärm und heftigen Detonationen durchsetzte Tonspur angemessen. “Harmistice”, dessen Titel ein Wortspiel zwischen “harm” und “armstice” (Waffenstillstand) darstellt, erzählt von solchen Träumen und wählt dazu eine dunkle, über weite Strecken industriell-noisige Klanggestalt. Der eindringlichste Faktor dabei Weiterlesen

REINIER VAN HOUDT: Igitur Carbon Copies

Wer den Niederländer Reinier Van Houdt nur als Pianisten kennt, der Current 93 in den letzten Jahren im Studio und live unterstützt hat, der hat vielleicht einen etwas (zu) einseitigen Blick auf das Werk van Houdts, schließlich hat er u.a. Musik von Walter Marchetti und Charlemagne Palestine interpretiert und mit Alvin Lucier und Luc Ferrari zusammengearbeitet – eine vollständige Liste seiner musikalischen Partner liest sich wie ein Who’s Who zeitgenössicher experimenteller Musik. Das Vorgängeralbum Weiterlesen

ELECTRIC SEWER AGE: Bad White Corpuscle

Eine dumpf dröhnende Sci Fi-Atmosphäre verbreitet sich im Raum, irgendwann beginnen kosmische Synthies das Dickicht zu durchleuchten, das sich nach und nach als fein ziseliertes klangliches Amalgam offenbart. Vocoder-Stimmen verschaffen sich Gehör und geben dem futurischtischen Narrativ schon bald einen nostalgischen, retrolastigen Anstrich, doch was am meisten beeindruckt ist die Vielzahl an kleinen klirrenden und glühenden Ereignissen, die fast versteckt hinter kontinuierlich kreisenden Sounds aufblitzen, um sich schnell wieder in ihre Verstecke zurückzuziehen. Denn dass die Weiterlesen

REINIER VAN HOUDT: Paths of the Errant Gaze

Reinier van Houdt war schon lange in der Neuen Musik und im Improvbereich aktiv, bevor er im Zuge von „I am the Last of the Field that Fell“ als Pianist bei Current 93 einstieg, was hier und da dazu führte, dass er immer seltener als Experimentalmusiker wahrgenommen wurde. Auf „Paths of the Errant Gaze“, das vor einigen Wochen bei Hollow Ground erschien, setzt er aber ein deutliches Zeichen in diese Richtung, denn der Mix aus unterschwelligen Klavierspuren und wandlungsvoller, durch allerlei Effekte verfremdeter Elektronik Weiterlesen

BLACK SUN PRODUCTIONS: Dies Juvenalis

Auf „Dies Juvenalis“, das erstmals vor neun Jahren auf dem bandeigenen Label erschienen ist, zeigen sich Black Sun Productions von ihrer rituellen Seite, was nicht nur auf die Musik gemünzt ist, denn in der Hinsicht könnte man das mit etwas Wohlwollen von beinahe jeder Arbeit der Schweitzer sagen. Im inhaltlich stringenten Konzept nämlich dreht sich alles um eine rituelle Evokation von Jugend und unbeschwerter Lust. Weiterlesen

BLACK SUN PRODUCTIONS: Toilet Chant

Vor rund vier Jahren gab die Schweizer Musik und Performance-Gruppe Black Sun Productions ihre Auflösung bekannt, um fortan in anderen Projekten aktiv zu sein, jüngst erfuhr man, dass die Mitglieder Massimo und Pierce wieder ihren alten Namen Anarcocks benutzen. Rückblickend muss man sagen, dass sie ein ungewöhnliches und bemerkenswertes Phänomen waren, denn ihre Nähe zu Coil war mit keinem anderen mir bekannten Fantum vergleichbar: Ihnen fehlte das Verdruckste, gewollt eigenständige, das Bemühen, jemand anderes zu sin und zugleich unter den Teppich zu kehren, dass es diesen anderen schon Weiterlesen

COLIN POTTER: Rank Sonata

In einem größeren Rahmen ist Colin Potter in jüngerer Zeit wohl v.a. als Teil der Nurse With Wound-Besetzung und als gelegentlicher Mitmusiker bei Current 93 in Erscheinung getreten, und viele Neueinsteiger wissen wohl nur wenig über die Bedeutung des Mannes in mittlerweile vier Dekaden experimenteller Musik. Da wäre neben weniger bekannten Formationen wie Monos und Ora natürlich sein eigenes Werk, mit dem er in steter Frequenz die Grenzgebiete zwischen Drone, Field Recordings und diverser Electronica auslotet. Mit Weiterlesen