Mueran Humanos, Tildaflipers und Eyes Gone im Urban Spree, Berlin

Im Rahmen der Milk Me-Reihe sind die deutsch-argentinischen Post Punk-Heroen Mueran Humanos am 13. November mal wieder in der Hauptstadt zu sehen, diesmal im Friedrichshainer Urban Spree. Ebenfalls treten Eyes Gone und Tildaflipers auf – letztere ein Kollektiv aus Buenos Aires, dessen Musik im Grenzbereich zwischen Minimal Wave, Neofolk, Giallo-Soundtracks, krautiger Elektronik und Dub für angenehme Irritationen sorgen sollte. Weiterlesen

JOCHEN ARBEIT & HUAN: s/t

Mit Jochen Arbeit und Víctor Hurtado alias Huan treffen zwei erfahrene Klangzauberer auf einander, die schon lange in unterschiedlichen Konstellationen aktiv sind. Arbeit, der erstmals mit Die Haut von sich reden machte, seit knapp zwanzig Jahren bei den Einstürzenden Neubauten die Gitarre spielt und neben vielen weiteren Aktivitäten mit Julia Kent, Palumbo und Beauchamp dröhnt und mit Mueran Humanos rockt, sollte hierzulande jedem Freund ausgefallener Musik bekannt sein. Sein katalanischer Kollege Hurtado ist jedoch nicht minder Weiterlesen

MUERAN HUMANOS: Miseress

Ganze sechs Jahre ist es nur her, dass die in Berlin lebenden Argentinier Mueran Humanos mit ihrem selbstbetitelte Debüt für Aufsehen sorgten. Das Album erschien in zwei Auflagen bei Old Europa Café und Blind Prophet und verschaffte sich auch durch Auftritte in den verschiedensten Kontexten Gehör sowohl bei den Nachfahren der Industrial Culture als auch bei den trendigen Kids der New Wave of Dark Wave. Beide mit Punkwurzeln und nebenbei literarisch und im visuellen Bereich aktiv, kamen Carmen und Tomás auch ganz gut mit diesem Spagat klar, ohne je was auf Genre- und Szenebegriffe zu geben. Nach einigen Jahren des Weiterlesen

ANIAETLEPROGRAMMEUR: The Friendly Expectations Of The Stars

Kann man mit so ziemlich allen Mitteln, die einen Popsong unterwandern, übertönen, zerhacken und aus der Balance bringen, etwas auf die Beine stellen, das am Ende doch auf gelungenen Pop hinausläuft? Nein, würden vermutlich alle sagen, die mit Ungenießbarkeiten wie den Dandy Warhols groß geworden sind. Das Resultat solch diabolischer Zerfremdung muss entweder auf etwas rein Negatives hinauslaufen, oder aber auf ein wie auch immer gelungenes Meta-Konzept. Ein Berliner Trio namens Aniaetleprogrammeur hat allerdings gerade den Gegenbeweiß angetreten. Weiterlesen

CUZCOS: s/t

Ganz sicher hatten Natalia und Cristiano das Verwilderte und Unberechenbare ihrer Musik im Sinn, als sie ihre Band Cuzcos nannten, und vielleicht spielten die beiden Argentinier auch mit der Idee, Outcasts und Underdogs zu sein. Im derben hispanischen Slang steht der Name nämlich für Straßenköter, und hat schon vom Sound her eine ganz andere Konnotation als im Deutschen, wo er bestenfalls für altbackenen Dosenbierpunk herhalten könnte. Zumal er auch noch an eine alte Inkastadt in Peru erinnert. Das soll aber keineswegs heißen, dass Cuzcos keinen Bezug Weiterlesen

MUERAN HUMANOS: El Circulo/La Langosta

Mueran Humanos können seit ihrem Debüt bereits auf eine kleine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Teil ihres Rezeptes, falls sie so etwas haben, ist eine Kunst, die sich viele Musiker gerne auf die Fahne schreiben – Carmen und Tomás liegen zu allen möglichen Kategorien quer und haben doch vielen Orten der Subkultur das Passende zu bieten. Der kernige Bass, die Drummachine, der mehrstimmige Gesang, die markigen Texte, die sich mit Vorliebe an allzu bequemen Weltbildern abarbeiten – all dies funktioniert im Postpunk-Rahmen ebenso wie in krautigen Weiterlesen

CULT OF YOUTH: Love Will Prevail

Es gibt Bands, deren Werk sich einem erst nach einer Livedarbietung erschließt, und in meinem Fall war das so bei Cult of Youth. Auf Platte hinterließ die Musik der New Yorker mit ihrer martialischen Steifheit und dem Gesang, der Ian Curtis anscheinend mit eigenen Mitteln überbieten soll und in gelegentliche Brüllattacken ausbricht, den paradoxen Eindruck eines rasenden Phlegmatismus. Jüngst habe ich erfahren, dass Cult of Youth einfach Spaß machen, denn auf der Bühne verwandeln sie sich in einen schweißtreibenden Oi-Mutanten und das kajalgeschminkte Publikum in einen pogenden Moshpit. Weiterlesen

La Ratita Mili: Kurzfilm von Carmen Burguess mit Musik von Tomás Nochteff

“La Ratita Mili”/”Mili The Rat” ist der erste Kurzfilm von Carmen Burguess, der weiblichen Hälfte des argentinischen Post Punk-Duos Mueran Humanos. Der Film ist ihre erste visuelle Arbeit seit ihren Lovecraft-Illustrationen und der Kollagenserie “Seventeen”:

 

 

 

Untitled by Carmen Burguess from SCARY MOVIE PARTY on Vimeo.

Mueran Humanos

MUERAN HUMANOS: Culpable/Amuleto 7”

Laut knarrende Bässe, hämmernde Rhythmen, skandierte Slogans zwischen cooler Resignation und vitaler Rebellion – irgendwann in den letzten ein bis zwei Jahren hatte man vielleicht etwas zuviel von dem gehört, das Autoren wie Simon Reynolds aus Verlegenheit Post Punk nannten, und was zuerst Frische in unser bislang dröges Millenium brachte, erwies sich schnell als weitere Retro-Masche unter vielen. Leider. Mueran Humanos, die gerade mit der 7” “Give A Party” beweisen, dass ihr selbstbetiteltes Debüt keine Weiterlesen

CARMEN BURGUESS: Seventeen (Buch)

Carmen Burguess ist nicht nur die weibliche Hälfte des Psych Punk-Duos Mueran Humanos, dessen Wege irgendwann von Buenos Aires über Barcelona bis in deutsche Gefilde führten. In der spanischsprachigen Welt konnte sie sich bereits ein Renommee als Illustratorin erarbeiten, bereicherte mit ihren reizvoll ätzenden Porträts Zeitschriften wie „Quimera“, illustrierte ein Buch des argentinischen Romanciers Javier Calva und zuletzt einen Band mit Gedichten Lovecrafts. Dabei deckt sie von der Kollage über die Zeichnung bis zum Acrylbild eine respektable Bandbreite an Medien ab. Gemeinsam ist all ihren Arbeiten die Leichtigkeit von Comic und Karrikatur und die Lust an der unerbittlichen, schwarzhumorigen Entzauberung all dessen, was man so als Lebensfreude aufgetischt bekommt. Weiterlesen

MUJERCITAS TERROR: Excavaciones

Im Jahr 1868 veröffentlichte Louisa May Alcott den ersten Teil ihres Romans “Little Women”. Oberflächlich betrachtet die Biografie vier junger Schwestern im tristen Neuengland, umgibt die Geschichte doch etwas Märchenhaftes. Auch in den zahlreichen Filmadaptionen kam dies zur Geltung, ob in der berühmten Umsetzung “Betty und ihre Schwestern” mit Winona Ryder oder in den japanischen Mangas, die auf dem Stoff basieren. Weiterlesen

We are an army of two and we take no prisoners. Interview mit Mueran Humanos

Im Vorwort zu Jeanette Leechs „Seasons They Change“ beklagt Greg Weeks, dass viele neue Entwicklungen in der Musik rein regenerativer Art sind und letztlich zu einem ungenießbaren Aufguss einst aufregender Innovationen führen. In der jüngst auf diesen Seiten veröffentlichten Rezension des Debüts von MUERAN HUMANOS, den zwei in Berlin lebenden Argentiniern, wurde darauf hingewiesen, wie frisch, unverbraucht und originell dieses Album ist Weiterlesen

MUERAN HUMANOS: s/t

Es ist schon beeindruckend, wie erfolgreich sich das Phänomen „Eighties“ in der aktuellen Musikwelt behauptet. Der Bereich angeschwärzter Subkulturen bildet da keine Ausnahme: Schon vor einigen Jahren machte sich eine handfeste Rückbesinnung bemerkbar, Szeneclubs veranstalten Batcave- oder Deathrock-Partys, hybride Retrostile wie Horrorpunk entstanden. Man muss leider hinzufügen, dass solche Strömungen im engeren Szenerahmen eher randständig sind, und nicht alle Ausnahmen sind dann auch wirklich überzeugend. Weiterlesen