THE CERAMIC HOBS: Spirit World Circle Jerk

Beim Beschreiben von Musik gebrauche ich hin und wieder das Wort „aufgeräumt“. Es erübrigt sich im Grunde zu erwähnen, dass ich es nie im Bezug auf eine Frank Zappa-Platte verwenden würde, und auch ex positivo muss sicher nicht viel dazu erklärt werden. Wer ein überschaubares Klangbild entwirft, überraschende Wendungen gut dosiert, Ambiguitäten ebenso wie zitathafte Einsprengsel nur punktuell einbringt und an komplexe Rhythmen nicht einmal denkt, der darf schon mal mit dieser Vokabel rechnen. Am meisten Sinn hat der Begriff natürlich dann, wenn zu Minimalismus und Geradlinigkeit auch noch eine kühle, eher trockene Stimmung hinzukommt, und so etwas wie Groove wäre der Sache auch eher nicht so förderlich. Einige ideale Beispiele für so etwas Weiterlesen

KAKAWAKA: Ein fröhliches Lied auf den Lippen den Wandersmann kann nichts erschüttern

Die meisten Noisefreunde kennen Kakawaka v.a. als Liveact. Unter dem Namen, der nur zufällig an das kanadische Ureinwohnervolk der Kwakwaka’wakw erinnert, bereichert Christoph Petermann seit einigen Jahren ausgewählte Musikveranstaltungen mit etwas, das in der Experimentalszene längst selten geworden ist: Eine Mischung aus Performance und Lärm, die in ihrer radikal primitivistischen Einfachheit keineswegs wie Pendant XYZ klingt. Kakawaka ist große Comedy, auf eine Art, die sich schon lange totgelaufen hätte, würde das Konzept mit einer Weiterlesen

GERÖLLGERÄTE: Emmenhausen

Mein geschätzter Großvater war mit seiner Popkritik ganz auf der gängigen Frankfurter Linie. Generell kein Freund ausufernder Diskussionen, beschränkte sich sein Beitrag allerdings auf das Statement, dass er die Rolling Stones gerne einmal mit den Flying Stones bekannt machen würde. Dass ich mir das noch in den 90ern anhören durfte, geht rückblickend in Ordnung und ist ohnehin ein anderes Thema. Aber Geröllgeräte hätte er sicher gemocht. Weiterlesen