FEE REEGA / TOBIO LOTTO: Shoot

Ich weiß nicht, ob das Küchenpsychologie ist, aber es gibt die Vorstellung, dass man jemanden entweder vögeln oder töten will, wenn man ihm oder ihr länger als sechs Sekunden in die Augen sieht ohne dabei zu blinzeln. Ja, zwischen Gewalt und Dingen, die mit Liebe zu tun haben, gibt es bei genauerem Hinsehen etliche Gemeinsamtkeiten, ganz zu schweigen davon, dass das eine in das andere kippen kann. Aber da ich bei Fee Reega seltsamerweise immer auf Psychothemen kommen, breche ich hier gleich ab und stelle ganz brav ihr neues (angeblich Mini-)Album vor, dass sie diesmal zusammen mit Tobio Lotto in Spanien und Frankreich eingespielt hat. Es enthält ganze Weiterlesen

FEE REEGA: Die Entführerin

Nie mehr Schule, nie mehr Gemüse, stattdessen Schokolade, süße Träume und ein Leben fernab all der anderen Deppen, die sowieso nur stören – wer wünscht sich das nicht ab und zu, vor allem wenn er dafür erst einmal von einer so schrägen Gangsterfrau entführt werden muss, wie sie sich in diesem Video auf Tischen und Sofas räkelt. Natürlich ist man dann, zumindest laut Karl Abraham, oral fixiert, aber das ist ebenso wie die Komplementärneurose des kidnappenden Vamps normale Härte in der Welt Fee Reegas, die seit ein paar Wochen ein neues Album draußen hat. Es liegt gleich zweimal vor, auf Deutsch unter Weiterlesen

THE DEAD HANDS & FEE: The Horrible Scar EP

Zu den ersten gemeinsamen Lebenszeichen von The Dead Hands und der Sängerin Fee Reega zählte der Opener der mittlerweile vergriffenen Compilation “50″, einem Jubiläumssampler von Woodland Recordings. Der monotone Downer “Better Start to Swim” eröffnete das Mammutprojekt wie ein düster-ironisches Omen und erzählt eine biblische Anekdote aus dem Blickwinkel derer, die im Angesicht eines Wunders die Stirn runzeln – selbst die Gottesmutter wünscht sich nichts als die ganz banalen Naturgesetze zurück, wenn sie ihren (und des Menschen) Sohn auf dem See Genezareth wandeln sieht. Weiterlesen

V.A.: 50 (5CDr-Box)

Als Stephen Burch vor sieben Jahren das Label Woodland Recordings ins Leben rief, dachte er vermutlich nicht daran, dass es in seinem Leben zu einer ähnlich starken Konstante heranwachsen sollte wie sein Musikprojekt The Great Park. Doch seit seinem Spilt-Album mit The Diamond Family Archive sind nicht nur sieben Jahre ins Land gezogen, sondern ganze fünfzig weitere Veröffentlichungen, die Jahr für Jahr in limitierter Stückzahl und in liebevoller, handgemachter Aufmachung herausgekommen sind. Mal erschienen die Tonträger in schicken handgefalteten Papiertüten, mal in sorgsam dekorierten Boxes aus Tonpapier, die mit Mixed Media-Ideen zu kleinen Assemblagen umgestaltet wurden. Oft glich Weiterlesen

PABLO UND DESTRUKTION: Animal Con Parachoques

Es gibt eine Menge Versuche, traditionell akustische Klänge mit moderner Experimentierfreude zu kombinieren, doch der direkte Versuch, Urtümlichkeit mit Abstraktion und Disharmonie zusammen zu führen, wird seltener unternommen. Zu groß ist wahrscheinlich der Reiz, beim Erforschen des Ursprünglichen das vermeintlich Authentische zu suchen, die nostalgische Schwermut oder gleich den Kitsch. Ausnahmen gibt es, und vermutlich denkt jetzt so mancher an Animal Collective, deren Anhängern ich bis zum St. Nimmerleinstag die weniger hippen, aber umso usprünglicheren Sun City Girls empfehlen werde. Von irgendwelchen ganz obskuren Projekten einmal ganz abgesehen. Wendet man den Blick nach Europa, Weiterlesen

FEE REEGA: Savagery, Salvajada, Wildheit

Mit etwas Glück und der Gunst des Zufalls könnte es passieren, dass einem irgendwann in einer urigen Kaschemme ein etwas schräges, aber ungemein treffsicheres Tremolieren entgegen schallt. Ins Gespräch mit der Begleitung vertieft und mit dem Drink seiner Wahl in der Hand nimmt man das stimmungsvolle Spiel der stromlosen Gitarre zuerst nur als Hintergrundbeschallung wahr, und erst wenn die eigensinnige Frauenstimme, fragil und energisch zugleich, die Geschichte eines ungeduldigen Pyromanen anstimmt, der ein ganzes Stadtviertel abfackelt, lässt man sich dann doch etwas bereitwilliger ablenken. Weiterlesen

THE GREAT PARK: Now Wash Your Hands

Als Stephen Burch letzten Winter ein Album mit Neufassungen seiner bislang besten Songs herausbrachte, hatte ich schon das Gefühl, dass bei The Great Park gerade ein bestimmter Abschnitt zu Ende ging. Was die Stücke auf „Winter“ vielleicht am meisten verband, war ihr auf’s Allerwesentliche reduzierter Charakter. Überwiegend Gitarre und Gesang, zurückgenommene Melodien, zwischendurch fast Momente der Stille. Dass die Stücke an wenigen vorweihnachtlichen Tagen aufgenommen wurden, hörte man, doch es tat ihnen keinen Abbruch. Das Rohe und Raue hatte seinen eigenen Stil und schien die Essenz der Musik zu offenbaren. Weiterlesen

V.A.: Home Taping Is Music, Vol. 2

Woodland Recordings existiert nun schon seit ein paar Jahren und hat eine durchaus respektable Entwicklung zu verbuchen. Seinem Low Budget- und DIY-Gestus treu geblieben, konnte sich das Label einen eigenen kleinen Platz in der Musikszene erobern, und damit ist vor allem die britische und die deutsche gemeint. Viele der auf dem Label vertretenen Künstler verbindet eine Tendenz zum Folk oder vielleicht allgemeiner gesprochen: zum Akustiksound. Weiterlesen

THE GREAT PARK: The Cellar

Bereits vor einigen Wochen stellten wir den zwischen England, Irland und dem deutschsprachigen Raum pendelnden Sänger Stephen Burch und sein Folkprojekt THE GREAT PARK in einem Interview vor. Wie seine ausgiebigen Konzerttourneen sind auch seine Tonträger, die alle auf seinem eigenen Label Woodland Recordings erscheinen, von einem sympathischen Do it Yourself-Esprit durchzogen. So erschien sein aktuelles Album „Cellar“ auch wie die vorausgegangenen Arbeiten in einfacher aber stilvoll-handgemachter Verpackung und limitiert auf hundert Exemplare. Weiterlesen