CURRENT 93: I Am The Last Of All The Field That Fell

Current 93 war von (An)Beginn immer ein Vehikel für David Tibets Obsessionen, künstlerischer und vor allem spiritueller Art. Daraus folgte vielleicht unweigerlich, dass Ideen und später dann die Worte und Wörter im Mittelpunkt standen, gerade da Current 93 eben keine Band im herkömmlichen Sinne war/ist, sondern vielmehr ein loses Kollektiv um den Fixstern Tibet. Dabei haben die immer umfangreicher werdenden Texte – die vielleicht der in den letzten Jahren stärker gewordenen kosmischen Perspektive („And did you call the night ‘bright’/And drink the sex of stars?“ wird auf dem letzten Stück gefragt) Rechnung tragen sollen – dazu geführt, dass ein Singen – das es bei Current 93 sowieso nie im herkömmlichen Sinne gegeben hat – noch stärker einem Rezitieren gewichen ist. Weiterlesen

V.A.: Hail Be You Sovereigns, Lief And Dear: Dark Britannica III

Je nach Zählung („John Barleycorn: Rebirth“ war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „John Barleycorn: Reborn“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter dem Banner des Zyklischen, des Säens und Erntens, des Werdens und Vergehens, das sich im Traditional „John Barleycorn“ widerspiegelt, von Cold Spring veröffentlicht wird. Weiterlesen

Lisa o Piu. Interview mit der schwedischen Sängerin Lisa Isaksson

Es gibt im Zusammenhang mit Folkmusik ein journalistisches Klischee, das mich aufgrund seiner Dummheit bisweilen rasend macht. Irgend ein googelnder Schreiberling muss eine (meist irgendwie „indie-hippe“) Akustikplatte abfeiern und betont, dass gerade dieser Interpret im Vergleich zum Gros des Folk so gar nicht konservativ und betulich sei, und hebt lobend hervor, dass man die unterschiedlichen und zum Teil recht untraditionellen Einflüsse des Künstlers mit jeder Note greifen kann. Dass genau dies ebenso auf viele andere Musiker auch jenseits spexiger Modepüppchen zutrifft, und dass das Stereotyp des weltfremden Feld-, Wald- und Wiesen-Romantikers auch im Folk nur selten existiert, kommt den Experten weniger in den Sinn. Die Schwedin Lisa Isaksson zählt zu den Weiterlesen

Es gab ein klares Moment von manischer Aggression: Ein Interview mit Comus

Eine der vielleicht größten Sensationen der letzten Jahre war die Rückkehr von “legendary British pagan acid folk rock act “ (Aquarius Records) Comus, deren Debütalbum “First Utterance” vielleicht das originellste und irritierendste Zeugnis des Acid Folks war, das auch nach vier Jahrzehnten nichts an Vitalität, Virilität und Virtuosität eingebüßt hat. Weiterlesen

COMUS: Out Of The Coma

Wenige Bands haben solch singuläre Alben erschaffen wie Comus mit dem 1971 veröffentlichten „First Utterance“. Den Einfluss, den dieses Album auf eine Reihe auch für diese Publikation wichtige Künstler hatte, ist an vielen Stellen dokumentiert. Die Themen, an denen sich Comus auf „First Utterance“ abarbeiteten, standen im scharfen Kontrast zu der „love and peace“-Attitüde der Hippies. Dass Comus Ende der 60er u.a. mit Velvet Underground-Covern begannen, passt schon, denn auch die New Yorker hassten die Weiterlesen