WILLIAM BASINSKI: Nocturnes

Fast immer sind William Basinskis Arbeiten (auch) Meditationen über das Wesen der Zeit und der Vergänglichkeit, die dem Hörer aber – zumindest für die Dauer der jeweiligen Komposition – das Gefühl geben aufgehoben, der Tyrannei der Zeit entzogen und entrissen zu sein – trotz oder gerade wegen des melancholischen Charakters der Musik.  Etwas, das dem inzwischen in Los Angeles ansässigen Basinski mit „Nocturnes“ erneut gelingt. Weiterlesen

ANTONY AND THE JOHNSONS: Cut The World

Die Vorstellung, dass unsere moderne Kultur von einer patriarchalen Denk- und Lebensweise geprägt ist, geht mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurück und begleitet alle technokratischen Errungenschaften und ihre Schattenseiten als ein untilgbares Korrektiv. Das Anliegen dahinter ist keinesfalls bescheiden, will man doch dem phallogozentischen Denken (Derrida) eine feminine Sprache und je nach Credo auch Spiritualität nicht nur an die Seite stellen. Weiterlesen

COCOROSIE: We Are On Fire 7”

Irgendwie hatten die beiden Casady-Schwestern wohl doch noch die Zeit gefunden, eine Single mit zwei neuen Songs aufzunehmen. In den vergangenen Monaten waren sie nämlich vor allem mit der Aufführung diverser Bühnnstücke befasst, einem Ballet und einer Oper, um genau zu sein, und die Planung ihrer diesjährigen Tour, bei der eine aufwendige Bühnenshow in Begleitung der traditionellen indischen Band Rajastan Roots auf dem Programm steht, ist ebenfalls im Gange. Weiterlesen

ANTONY AND THE JOHNSONS: Thank You For Your Love

Antonys Imagewandel vom engelsgleichen Sonderling zum Liebling der Popschickeria hat etwas Märchenhaftes, und mit ein paar tragikomischen Wendungen mehr gäbe seine Geschichte glatt einen gelungenen Almodovar-Stoff ab. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die etwas schade sind. Weiterlesen

MICHAEL CASHMORE: The Snow Abides

Als vor Jahren – 2002 um genau zu sein – CURRENT 93 an zwei Abenden in der Londoner St. Olave-Kirche auftraten, spielte Michael Cashmore einen Song mit Antony, brach aber gegen Ende schüchtern ab, ganz so, als vertraue er seinen eigenen Fähigkeiten (im Gegensatz zum begeisterten Publikum) nicht. Diese Anekdote spiegelt vielleicht das Zurückhaltende, vielleicht auch Kauzige des englischen Gitarristen wider. Weiterlesen