Marissa Nadler am 26. Oktober in Berlin

Mit ihren frühen Alben “Ballads of Living and Dying” und “The Saga of Mayflower May” traf die amerikanische Sängerin Marissa Nadler in den Jahren nach der Jahrtausendwende den Nerv der Zeit, zumindest insofern, dass Folkmusik wieder angesagt war und die Magazine gerade unzählige aufgregend klingende Genrebegriffe erfanden. Doch Nadlers melancholische und auf den ersten Blick weltentrückt anmutende Songs zu Banjo und Gitarre passten nur bedingt zu den gehypten Ikonen der Zeit, wirkten obskurer und zugleich ernsthafter. Für viele waren sie damals, neben ihrem ganz eigenen Faszinosum, ein Eintrittsticket in den großen Folkkosmos unterhalb der medialen Wahrnehmungsgrenze. Weiterlesen

NOCTURNAL POISONING: Doomgrass

Wie wohl kaum ein anderes Genre ist Black Metal in den vergangenen Jahren Gegenstand zahlreicher akademischer Publikationen geworden und hat sich zu etwas entwickelt, das mit dem Präfix „Post“ versehen, seltsame Hybride hervorgebracht hat, die teils naheligende (Noise, etwa Sutekh Hexen oder Gnaw Their Tongues), teils (wenn auch nur auf den ersten Blick) weniger passende Genres (Bluegrass, siehe Panopticon) miteinander verknüpft haben. Satan und Corpsepaint sind schon lange keine unverzichtbaren Elemente mehr, aber inzwischen ist es noch nicht einmal mehr nötig, eine Gitarre einzusetzen (The Botanist). Weiterlesen

MARISSA NADLER: July

Marissa Nadler zählt zu den Sängerinnen, die vom verblichenen Wirbel um akustische Musik einigermaßen profitieren konnten und dabei – zum Glück, möchte man sagen – nie allzu sehr abgefeiert wurden. Deshalb entging sie auch dem Schicksal, nun ein Sternchen von ehedem zu sein, was angesichts ihrer Originalität und musikalischen Konsequenz auch ganz unverdient wäre. In Besprechungen war immer wieder von einer fast teenagerhaften Morbidität die Rede, ebenso fielen Begriffe wie „kontemplativ“ und „weltabgewandt“ – Klischees, in denen mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt, weswegen sie auch von Beginn an eher für traditionsbewusste Weiterlesen

MARISSA NADLER: Marissa Nadler

Es hat immer den Hauch von etwas besonderem, wenn ein Musiker oder eine Band nach einigen Jahren erstmals ein selbstbetiteltes Album herausbringt. Es kann, wie beim berühmten schwarzen Album Metallicas ein endgültiges Ankommen im Mainstream markieren, oder auch für die Selbsteinschätzung stehen, nun endgültig den eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden zu haben. Etwas wie auch immer Endgültiges scheint da stets anzuklingen. In Marissa Nadlers Fall dürfte ersteres zum Glück nicht gelingen, doch in der Tat scheint sie musikalisch ein bisschen zu sich selbst gekommen zu sein. Weiterlesen

V. A.: Free Music Impulse. A Double Disc Compilation To Keep Hybrida Alive

Wie ein Rundumschlag durch die unterschiedlichsten Black-relevanten Musiksparten mutet diese Compilation an, auf der insgesamt dreiunddreißig Künstler das italienische Hybrida-Netzwerk in Erinnerung rufen – und einen kleinen engagierten Beitrag zu dessen Fortbestand leisten. Weiterlesen

MARISSA NADLER – Interview

Auf ihren bisher zwei veröffentlichten Alben spielt die 1981 geborene Amerikanerin Marissa Nadler eine originelle Form des Folks, die durch ihren melodischen Sopran charakterisiert ist und in Teilen fast schon so etwas wie einen außerweltlichen Charakter hat. In ihren selbst so betitelten Balladen treten interessante Figuren auf und es dürfte ihr mit ihren Veröffentlichungen schon jetzt gelungen sein einen Platz zwischen anderen Vertreterinnen des momentan so boomenden Folkgenres zu finden. Weiterlesen