SUNROOF: Electronic Music Improvisations Vol. 1

Es gibt wenige Aussagen, die weiter vom Hyperbolischen entfernt sind, als der Hinweis auf die unglaubliche Wichtigkeit von Daniel Millers Label Mute für die (nicht nur) elektronische Musik der letzten Jahrzehnte. Miller löste (scheinbare) Widersprüche auf, veröffentlichte z.B. Non+Smegmas 7” neben seiner Faketeeniepopband Silikon Teens, setzte „Music For The Masses“ neben Laibachs “Opus Dei”, um nur ein paar wenige Beispiele aus dem ersten Jahrzehnt der Labelgeschichte zu nennen. Weiterlesen

Daniel Miller und Gareth Jones debütieren als Sunroof

Die beiden Mute Records-Granden Daniel Miller und Gareth Jones kündigen das Debütalbum ihres Duos Sunroof an. Der Verleger und der Soundmann arbeiten bereits seit vierzig Jahren zusammen und sind am Zusatandekommen so mancher Platte von Depeche Mode, Can, Erasure, Nick Cave & The Bad Seeds, Goldfrapp, Neu!, Wire, Einsturzende Neubauten, To Roccoco Rot, Diamanda Galas u.v.a. beteiligt gewesen. Sunroof enstand ursprünglich als Remix-Projekt, um ausgewählten Tracks besonderer Mute-Releases ein anderes Gesicht zu geben. Gemeinsame Synthie-Jams wurden zunächst eher als Hobby betrieben, bis vor zwei Jahren ein Album ins Auge fefasst wurde. “Electronic Music Improvisations Volume 1″ enthält acht improvisierte, modulare Tracks und erscheint am 21. Mai in der wiederbelebten Parallel Series von Mute. Weiterlesen

GOLDFRAPP: Silver Eye

Der gängigste Gemeinplatz über Goldfrapp definiert den Stil des Duos als stets im Wandel, dem selbst der Gesang Alisons unterliegt, von der Handschrift Will Gregorys als Producer ganz zu schweigen. Da ist freilich etwas dran, und die beiden selbst betonen häufig, dass viele ihrer Alben in direkter Reaktion auf zuvor Geschaffenes entstanden sind. Dabei haben sich mit der Zeit, neben subtilen textlichen und visuellen Gemeinsamkeiten, zwei grundsätzliche Richtungen verselbständigt, eine dunkle, entrückte, latent Weiterlesen

BOYD RICE/NON: Back to Mono

Ursprünglich war der Amerikaner Boyd Rice von der ersten Industrialgeneration einmal der a- und unpolitischste: Nur im allgemeinen Sinne konnte man aus der Beschreibung seiner Musik als „de-indoctrination rites“ spezifische Handlungen ableiten, im weitesten Sinne ließe sich diese Beschreibung als Ablehnung von Autoritäten lesen und man könnte ihr einen aufklärerischen Impetus zuschreiben, wie das bei den Zeitgenossen TG, SPK, Cabaret Voltaire – trotz aller Ambivalenzen – auch immer der Fall war.

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LAIBACH: Reproduction Prohibited

Das Jahr 2012 wird wohl als ereignisreiches Jahr in die Laibach-Annalen eingehen. Seit ihrer Beteiligung an dem Klamaukstreifen „Iron Sky“ wieder in aller Munde, soll auch ihre kurz darauf stattgefundene Tour gut besucht und enthusiastisch beklatscht worden sein, der Konzertmitschnitt aus der Tate Modern erschien bereits auf CDr. Gutes Timing also für die Slowenen, auf schon Erreichtes und längst Klassisches zurück zu blicken und einen Einblick in gut dreißig Jahre orchestraler Elektronik, provokativer Konzeptalben und jeder Menge Theatralik zu gewähren. Der Fan der alten Schule wird auf ihrem gerade erschienenen Beitrag zu Mutes „Introduction“-Reihe das meiste kennen. Spätgeborene, angefixt durch den ganzen Mondnazi-Trash, dürften hier Weiterlesen