UNITED BIBLE STUDIES: I Am Full Gibbous

Seit Anfang der 00er Jahre sind United Bible Studies, ein loses Kollektiv, das auf zahlreichen Veröffentlichungen an der Schnittstelle von Folk, Improvisation und Experiment gearbeitet hat, aktiv, wobei der experimentelle Teil in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hat. Das auf Hand/Eye veröffentlichte „I Am Full Gibbous“ besteht aus drei langen Tracks, die bei einem Auftritt der Gruppe 2008 in Detroit und 2009 in Irland aufgenommen wurden. Weiterlesen

ALBATWITCH: If Corporations Are People, Why Don’t They Die?

Man mag manchmal den Eindruck haben, dass Personen, die ein spirituell geprägtes Weltbild haben oder ein Leben führen, in dem Metaphysik keine nur marginale Rolle zukommt, politisch nicht immer besonders scharfsinnig sind. Timothy Renner allerdings, dessen von christlichen und animistischen Ideen geprägte Band Stone Breath im wahrsten Sinne des Wortes die Avantgarde, die Speerspitze des Weird Folk darstellt(e), hatte schon mit seinem mit Brian Magar eingespieltem Albatwitch-Debüt „Only Dead Birds Sing Over the Graves of Fallen Kings“ radikale Kritik an menschlicher Hybris, an naiver Technikgläubigkeit Weiterlesen

STONE BREATH: Children of Hum

Nach Stone Breaths 2009 mit dem Album „The Shepherdess And The Bone-White Bird“  – das in der Kernbesetzung Timothy Renner, Prydwyn und Sarada eingespielt worden war – eingeläuteter Rückkehr, entstanden in den darauffolgenden Jahren eine Reihe von Alben (u.a. “The Aetheric Lamp”), die Timothy mit einem neuen, selbst so bezeichneten „lokalen“ Lineup (Don Belch, Brooke Elizabeth) einspielte. Die EP „Children of Hum“ wurde dagegen lediglich von Renner und Prydwyn aufgenommen, der Besetzung also, die auf dem zweiten Album „A Silver Thread To Weave The Seasons“ zu hören war. Weiterlesen

ALBATWITCH: Only Dead Birds Sing Over the Graves of Fallen Kings

Timothy Renner ist ruhelos. Obwohl die Wiederbelebung von Stone Breath vor einigen Jahren zu einer ganzen Reihe hervorragender Alben geführt hat, findet er immer wieder Zeit für Nebenprojekte. Politisch im eigentlichen Sinne konnte man Renners seit Mitte der 90er entstandenes Werk bislang nie nennen, viel eher waren all seine Bands und Projekte oftmals Widerspiegelungen einer spirituellen Weltsicht. Wenn überhaupt, dann könnte man sagen, dass seine Labelarbeit, seine sich dem Mainstream und marktstrategischen Überlegungen und Berechnungen weithin verweigernde künstlerische Tätigkeit und das kaum jemals auf sicheren Pfaden Verweilende („I took the [road] less travelled by“ könnte man in Anlehnung an Robert Frosts wohl berühmtestes Gedicht schreiben) natürlich für sich genommen schon ein Statement, eine klare Positionierung sind (eine ähnliche Überlegung wurde jüngst im Wire bezogen auf Wolf Eyes geäußert). Weiterlesen

STONE BREATH: The Aetheric Lamp

Kurz nach der Split-LP mit Language of Light folgt das den gleichen Titel tragende Vollzeitalbum des neuen, „lokalen“ Lineups von Stone Breath. Schon die drei Stücke auf dem Splitalbum machten deutlich, dass der Klang dieser Band durch das Zusammenspiel von Banjo und Akustikgitarre dynamisch(er) wirkt. Thematisch präsentiert Renner hier erneut (s)eine theologische Vision, die durch Zeilen wie „O the thunder has a voice if we have ears to hear it/Although the sound will terrify if we have reason to fear it“ („The Voice of the Thunder“) oder „Rise upon the altars of living breath or upon the shrapest horns of death“ stellvertretend Weiterlesen

ROBIN CRUTCHFIELD – Interview

„FaerieDreams“ und „Zither Madness“

Robin Crutchfield hat einen langen Weg hinter sich: Mitte der 70er kam er nach New York und gründete 1978 zusammen  mit Arto Lindsay und Ikue Mori die No Wave-Band DNA.  Nach kurzer Zeit verließ er DNA und gründete Dark Day, die eine Reihe von Lineupwechseln und musikalischen Stilen durchliefen. Weiterlesen

SARAH JUNE – This is My letter To The World

In letzter Zeit hat Timothy Renners Label Hand/Eye einige wunderschöne Alben abseits der eigenen Projekte veröffentlicht, ob Robin Crutchfields CD mit wunderschönen, mysteriösen Harfenminiaturen oder eben hier das Debüt der 25-jährigen heute in San Francisco lebenden Sarah June, die ein in Eigenregie aufgenommenes Album vorlegt, das weitgehend von ihrer mädchenhaften Stimme und Akustikgitarre dominiert wird. Weiterlesen