MICHAEL ZERANG & SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Illinois Glossolalia

Schon an anderer Stelle habe ich einen kurzen Abriss über die musikalische Entwicklung von Spires That In The Sunset Rise gegeben. Mit den zwei Teilen von „Ancient Patience Wills It Again“ hatte die (inzwischen zum Duo geschrumpfte) Band 2012 nach einer längeren Pause zwei homogene Alben, die nicht ganz so dissonant wie einige der Vorgänger waren, veröffentlicht. Auf dem 2015 erschienenen „Beasts in the Garden“ wurden dann erstmals Blasinstrumente ins Zentrum des Klangs gerückt. Weiterlesen

V.A.: In The Cities Of Your Eyes

Im Booklet der vorliegenden Compilation findet sich ein Gedicht, in dem die Zeile „In the Cities of your Eyes“ vorkommt, der Verfasser ist der syrische Dichter Nizar Qabbani, und man kann kaum umhin, diese wenigen Zeilen über die Heimatlosigkeit und die Suche auf die Menschen in den Flüchtlingscamps auf den griechischen Dodekanes-Inseln zu übertragen, denen der Sampler gewidmet ist. Um welche Städte es da wohl geht – kündet der Vers von der Erinnerung an die Orte der Herkunft, die sich unverkennbar in die Gesichter der Geflohenen eingebrannt hat? Oder eher von der Sehnsucht nach den unbestimmten Orten der Zukunft, falls man sie denn je erreichen wird? Manchmal hat es sicher mehr Weiterlesen

SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Ancient Patience Wills it Again

Selbst im Rahmen des Weird Folk waren (die nach einer Zeile aus einem Baudelairegedicht benannten) Spires That In The Sunset Rise etwas Besonderes, übertraf doch deren „weirdness“ die der meisten so apostrophierten Folkkünstler bei weitem. Das 2003 veröffentlichte selbstbetitelte Debüt enthielt eine Reihe die Grenze des Atonalen oft überschreitenden Folkminuaturen – auch nicht der übelst gesonnenste Hipsterjournalist hätte hier den drei bzw. später vier Schulfreundinnen aus Chicago den Vorwurf machen können, „Folkelfen“ zu sein, viel zu dissonant und widerspenstig waren die Klänge, die sie auf Tonträger bannten. Auch Weiterlesen

SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE – Interview

“The Weird Sisters hand in hand,/Posters of the sea and land,/Thus do go about, about:/Thrice to thine, and thrice to mine,/And thrice again, to make up nine/Peace! – the charm’s wound up.” (William Shakespeare: Macbeth, Akt 1, Szene 3)

Auch der Interviewer kann es sich nicht verkneifen, mit dem obigen Zitat auf das manchmal Mysteriöse und Unheimliche, das der Musik von SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE anhaftet, anzuspielen: Aufnahmen, die irgendwo in einer Kammer zwischen Phiolen mit Datura- und Tollkirscheextrakten gemacht worden zu sein scheinen. Weiterlesen

SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Curse The Traced Bird

Auf ihrem vierten Album geben sich die inzwischen wieder zum Trio geschrumpften Damen erneut extravagant und originell: Man stelle sich vor, die drei “weird sisters“ hätten – anstatt Macbeths Ehrgeiz (noch mehr) anzustacheln – lieber etwas Sud aus Belladonna und Datura zu sich genommen und hätten sich ein paar verstimmte Instrumente genommen, um zu musizieren – das Resultat dürfte so in etwa wie dieses Album klingen. Weiterlesen