Pekak! Umfassende Compilation über indonesische Noisemusik auf Syrphe Records

Seit mehr als zehn Jahren unterstützt das in Berlin ansässige Syrphe-Label experimentelle Musik unterschiedlichster Art aus Ländern, in denen die internationalen Vertriebswege dünn und holprig sind und holt kleine Schätze zutage, die anderenfalls hierzulande weitgehend unentdeckt und unbekannt wären. Ein Schwerpunkt des Labels ist der mehrere Kulturräume umfassende asiatische Kontinent, Betreiber Cedrik Fermont publizierte vor zwei Jahren das Buch Not Your World Music, dass sich schwerpunktmäßig mit der Noise- und Experimentalmusik Südostasiens befasst, vor einigen Monaten erschien “Uchronia”, eine drei CDs umfassende Überblicks-Compilation über entsprechende Musik in ganz Asien inklusive dem Nahen und Mittleren Osten. Weiterlesen

V.A.: Uchronia

Mit dem Begriff Uchronia oder Uchronie bezeichnet man alternative geschichtliche Entwicklungen, die entweder als Fiktion oder als Korrektiv die gängige Vostellung von Zeitabläufen herausfordern. In der Geschichtswissenschaft gab es immer wieder Paradigmenwechsel, bei denen der Ablauf historischer Ereignisse unter ganz neuen Blickwinkeln betrachtet wurde oder der Fokus auf bislang wenig beachtete Ereignisfolgen gerichtet wurde. Im Zuge dessen entstanden neue Fachrichtungen wie die Sozialgeschichte oder die feministische Geschichtsschreibung, um nur Weiterlesen

TASJIIL MOUJAHED: The Death of Permanence

Ein interessantes Oxymoron ist er, der Titel „The Death of Permanence“, denn wenn etwas Beständiges zu Ende geht, ist es nie beständig gewesen. Vielleicht klingt darin der zaghafte und zugleich mutige Wunsch an, das Unmögliche wirklich werden zu lassen. Vielleicht auch die Furcht davor, doch dafür klingt die dunkle Electronica von Tasjiil Moujahed nicht idealistisch und auch nicht konservativ genug. Weiterlesen

Vielleicht ist Raum einfach das, was die Sinne zusammenbringt. Interview mit Elyse Tabet alias Litter

So schwer es auch ist, Musik qualitativ zu bewerten – das Album “Newfound Grids”, das die libanesische Künstlerin Elyse Tabet mit ihrem Projekt Litter vor einiger Zeit herausgebracht hat, zählt sicher zu den virtuosesten Geheimtipps atmosphärischer Elektronik und könnte in kompositorischer wie gestalterischer Hinsicht den einen oder anderen Maßstab setzen. Tabets Zugang zu Klängen und musikalischen Strukturen läuft nicht über die Codes der Notation, sondern eher über den visuellen Umweg der Farben, Formen und Linien. Dies mag einen bei einer Künstlerin, die ebenso sehr in Bereichen wie Weiterlesen