DEAN HURLEY: Anthology Resource Vol. 1: △△ ‎

Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass David Lynch und Mark Frost eine neue Staffel von Twin Peaks drehen würden, waren die Reaktionen durchaus enthusiastisch, andererseits musste einem klar sein, dass der immense cultural impact der ersten beiden Staffeln kaum erreicht werden könnte. Zu groß war der Einfluss, den die Serie auf andere TV-Produktionen hatte – sowohl thematisch als auch was die Art des Erzählens anbelangte. Gleichzeitig ist bei solch einer langen Unterbrechung auch die Gefahr, dass die neue Staffel zu einem reinen Akt der Nostalgie wird, bei dem den Fans ein (vermeintliches) Best of serviert wird. Weiterlesen

JULEE CRUISE / KING DUDE: Sing Each Other’s Songs For You (7”)

Auf den ersten Blick wirken sie wie ein ziemlich ungleiches Duo – sie ein bekanntes Popsternchen mit Kameraerfahrung, das sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht hat, er ein aufstrebender Szeneliebling, der vor wenigen Jahren erst in Subkulturen groß geworden ist, die ihr allenfalls dem Namen nach bekannt sind. Und doch haben Julee Cruise und King Dude so einiges gemeinsam. Ihre Songs wirken wie Echos einer fantastischen Welt, die zugleich ein integraler Teil des populären Amerika ist. Weiterlesen

MACELLERIA MOBILE DI MEZZANOTTE: Black Lake Confidence

Die Band mit dem Kürzel MMM nennt ihren Stil Swing Noir und wird erwartungsgemäß gerne mit dem Film Noir in Verbindung gebracht. Zurecht, in gewisser Weise, haftet ihren dunklen, angejazzten Soundscapes doch das Schattenhafte, Abgeklärte an, dass konstitutiv ist für die schwarze Serie und ihre lonerhaften Antihelden. Und doch beinhaltet die Musik etwas, das mit den bewegten Bildern der 40er und 50er Jahre nur bedingt vereinbar ist, ein entgrenzter, splatterhaft-animalischer Ton, der schon im Clive Barker entlehnten Bandnamen anklingt und die vornehme Abgewetztheit dieser Filme immer nur als Weiterlesen

DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES: Métamanoir

Nach der immensen Aufmerksamkeit, die dem dunklen Sound des Kilimanjaro Darkjazz Ensembles und seinem Pendant im Zeichen des Mount Fuji zuteil wurde, hätte man fast vergessen können, dass es noch ein weiteres, wenn auch kleineres Gebirgsmassiv gibt, das zumindest indirekt als Namensgeber eines bizarren Zeitlupengroove fungiert: Gemeint sind die fiktiven Twin Peaks aus der gleichnamigen Serie von David Lynch. Vor ihrer Kulisse versuchte ein FBI-Agent namens Dale Cooper einen myteriösen Mord aufzuklären. Weiterlesen

DAVID LYNCH: Crazy Clown Time

Wenn es einem Künstler gelungen ist, dass sein Name adjektivisch gebraucht wird, so bedeutet das mindestens zweierlei: eine Kanonisierung einerseits und andererseits, dass sein Werk gewisse inhaltlich-ästhetisch-gestalterische Konstanten aufweist, wiederkehrende Motiv(komplex)e. Beispiele wären etwa Kafka (der Mensch ist nicht zu durchschauenden Mächten ausgesetzt), Lovecraft (der Mensch ist einem nicht zu beherrschenden kosmischen Grauen ausgesetzt), Cronenberg (der Mensch in seiner Fleischlichkeit), Thomas Bernhard (Invektive in rhythmisch-musikalischer Sprache). Auch Lynch hat schon lange seinen Platz Weiterlesen

“For some reason I just really love that dark side of things” – Interview mit Laura Sheeran

Die meisten werden die junge Irin Laura Sheeran erstmals als zweite Stimme auf Fovea Hex’ „Neither Speak Nor Remain Silent…“-Trilogie wahrgenommen haben. Kürzlich veröffentlichte sie ihr Debüt „Lust of Pig & The Fresh Blood“: ein im besten Wortsinne schwer kategorisierbares Werk – im folgenden Interview gibt sie zu, selbst noch keine Genrebezeichnung für ihre Arbeit gefunden zu haben -, auf dem sich Elemente aus Folk, Klassik und experimenteller Musik um ihre Stimme paaren, die immer im Zentrum der Songs steht. Weiterlesen

OSSIAN BROWN: Haunted Air

In unseren Breitengraden mag man der Zunahme von Aktivitäten anlässlich Halloweens zu Recht kritisch gegenüberstehen, hat das (Über-)Angebot von Masken, Kostümen, Dekoration etc. doch primär mit dem Wunsch der Industrie zu tun, einen weiteren Markt für ihre Produkte zu finden, wirken die „Süßes oder Saures“-Rufe vieler Kinder seltsam leer und farblos, auf der anderen Seite die teils aggressiven Abwehrgesten älterer Mitbürger hilflos. Weiterlesen