7JK: Ride the Solar Tide

7JK haben schon auf ihrem Debüt vor vier Jahren demonstriert, dass ihr Interesse nicht darin besteht, die Stile ihrer beiden Stammprojekten Sieben und Job Karma perfekt zu verschmelzen, dass sie mehr sein wollen, als die bloße Summe ihrer Teile. Auf dem gerade erschienenen „Ride the Solar Tide“ offenbaren Matt Howden und Maciek Frett ihren gemeinsam erarbeiteten Stil noch deutlicher. Weiterlesen

SIEBEN: The Old Magic

Die alte Magie, die Matt Howden alias The Mighty Sieben auf seinem neuen Album heraufbeschwört, kommt ohne Brimborium aus und liegt versteckt an geheimen Orten, die er in den letzten zwei Jahren im weitverzweigten Norden Europas durchforstet hat – im Baltikum, in Skandinavien und nicht zuletzt in seiner eigenen britischen Heimat. Weiterlesen

JO QUAIL: Five Incantations

Jo Quail hat wie viele Musiker, die mit traditionellen Instrumenten etwas mehr oder weniger Experimentelles machen, eine klassische Musikausbildung genossen und ist dann später – durch die Begegnung mit etwas schägeren Subkulturen – “auf Abwege” gekommen. Auf diesen Abwegen hinterlässt sie nun seit einigen Jahren interessante Spuren, ihre Signatur dabei ist ein erdiger, bisweilen bodenständiger und doch immer auch eine gewisse Weite implizierender Sound auf dem E-Cello. Weiterlesen

SIEBEN: Briton EP

Mit der EP „Briton“ bringt Matt Howden alias Sieben nun die über Bandcamp vertriebene Trilogie über den Norden Europas zum Abschluss, die mit „Lietuva“ und „Norse“ begonnen hatte. Nach der Hommage an Litauen, einem Land, zu dem Howden über die Jahre einen besonderen persönlichen Bezug entwickelt hatte, und der dem Skandinavischen gewidmeten Fortsetzung, ist der Sänger und Geiger nun in seiner britischen Heimat angekommen und liefert seine eigene musikalisch-atmosphärische Interpretation dessen ab, was für ihn den Weiterlesen

SIEBEN: Norse

Was vor einigen Monaten mit „Lietuva“ begann, setzt sich mit „Norse“ nun fort und entpuppt sich als zweiter Teil einer geplanten Trilogie, deren Konzept auf zwei Säulen steht: Erstmals setzt Matt Howden auf kleine Veröffentlichungen im EP-Format und vertreibt das Ganze rein digital über Bandcamp. Darüber hinaus ist die Reihe Matts persönliche Hommage an Nordeuropa, seine favourisierten Orte und ihre spezielle Magie. Während „Lietuva“ seinem Namen entsprechend das Baltikum und speziell Litauen feierte, steht „Norse“ im Zeichen der skandinavischen Welt und der Art, wie die Weiterlesen

DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Joyride

Dass die Musik von Albin Julius seit den 90ern große Veränderungen durchlaufen hat, ist ein Gemeinplatz und sollte sich mittlerweile bis in die letzten Winkel der etwas eigenwilligeren Musikwelten herumgesprochen haben. Noch interessanter vielleicht ist die Tatsache, dass die Entwicklung von Der Blutharsch And The Infinite Church Of The Leading Hand auch im Kleinen, z.B. von einem Album zum nächsten, kaum vorherzusehen ist und stets Überraschungen bereithält. „Joyride“ folgt – abgesehen von einer Compilation und zwei EPs – auf das vor gut anderthalb Jahren erschienene Weiterlesen

SIEBEN: Lietuva

Es vergeht kein Jahr ohne ein oder mehrere Lebenszeichen von Matt Howden, dem Mann, der jahrelang die erste Geige des Neofolk spielte und sein Instrument nach allen Regeln und Regelbrüchen streicht, zupft, als Handdrum nutzt oder mit seinen Bartstoppeln kratzend in die Rassel eines Schamanen verwandelt. Mithilfe von Mikros, Sampling und Looptechnik entsteht im Handumdrehen der Sound einer ganzen Band, bei der Matt dann gleich noch die Rolle des Frontsängers übernimmt. Von seinem Hauptprojekt Sieben erscheinen in zuverlässiger Regelmäßigkeit opulente Alben, doch Kollaborationen und Neuinterpretationen gibt es Weiterlesen

RASP: Radiate Power Words

Die Entstehungsgeschichte des ersten Rasp-Albums liest sich wie eine Wette – schaffen es zwei Musiker, ein komplettes Album an zwei Abenden, in nur zwei kurzen Sessions zu improvisieren und aufzunehmen, ohne akribische Vor- und Nachbereitung und ohne Erfahrung in derart spontaner Arbeit? Nun, „Radiate Power Words“ ist eine Antwort auf diese Frage, und was dabei herausgekommen ist, klingt eigenwilliger als alles, was man bisher von den beiden Beteiligten zu hören bekam. Weiterlesen

JOB KARMA: Society Suicide

Job Karma ist ein Duo aus dem polnischen Wrocław, das eng mit dem dort jährlich stattfindenden Industrial Festival verknüpft ist und seit Ende der 90er verrottete Endzeitszenarien entwirft. Die Musik, die Maciej Frett, Aureliusz Pisarzewski und ihre wechselnden Gäste spielen, beerbt die tribale, rhythmische Tradition der Industrial Culture, perfekt zugeschnitten auf eine Welt im Niedergang. Mit seinem Fantasy-Artwork und diversen Video-Animationen ist Arek Bagiński fast so etwas wie ein drittes Mitglied. Leser unserer Seiten erinnern sich vielleicht an Weiterlesen

SIEBEN: Each Divine Spark

Matt Howden ist ein häufiger Gast auf unseren Seiten und überhaupt in fast allen Publikationen, deren Wurzeln irgendwo vage im postindustriellen oder folkigen Substrat der 90er stecken. Dass Howdens Musik mit solchen Sparten ästhetisch nur wenig zu tun hat, führt schon mitten hinein in die Besonderheiten seines Soloprojektes Sieben, das schon vor Jahren aus dem Schatten einer bekannten Dark Folk-Combo herausgewachsen und zu einem eigenen kleinen Kapitel alternativer Musikgeschichte avanciert ist. Sieben steht für einen sensiblen und zugleich kraftvollen Pop, der mit einfachen Mitteln eine bemerkenswerte atmosphärische Weite erzeugt und nicht nur durch Matts Gesang etwas sehr Englisches hat. Seine organischen Violinenklänge, in ihrem Wesen nie Weiterlesen

TOR LUNDVALL: Structures and Solitude

Wie wenige andere Künstler verfolgt der in Neuengland ansässige Lundvall seine Vision(en) auf eine Weise, die mit konsequent nur unzureichend beschrieben ist, denn sowohl visuell als auch musikalisch ist seine Handschrift sofort zu erkennen, erschafft er Bilder und Alben, denen in ihren somnambulen Charakter immer eine gewisse Ambivalenz innewohnt, sind sie doch numinos, scheinen sie dem Hörer bzw. Betrachter oftmals gleichzeitig sowohl ein Gefühl der Geborgenheit als auch des Unheimlichen zu vermitteln. Wenn man soweit geht zu sagen, dass seine bevorzugte Jahreszeit der (ewige) Herbst ist, so könnte man vielleicht von dem Zwielicht als von seiner bevorzugten Tageszeit sprechen, ein Zwielicht, in dem (manchmal) Figuren (ver)einsam(t) in der Landschaft stehen, treten sie in Gruppen auf, tragen sie meistens Masken, sind zwielichtige Geschöpfe. Weiterlesen

KEITH HOWDEN & MATT HOWDEN: Barley Top (Buch und CD)

Familien, die mehrere Generationen von Kreativen hervorbringen, sind keine Seltenheit. Das Schöne bei den Howdens ist, dass Vater Keith und Sohn Matt nicht nur seit Jahren im künstlerischen Dialog sind; beide beackern zudem Gebiete, die sich gut zusammenbringen lassen, sobald ein gemeinsames Thema gefunden ist. Und davon scheint es eine Menge zu geben. Keith Howden ist Autor und Maler, Matt wiederum singt, komponiert und spielt Violine. Der Vater steuerte von Beginn an Texte und Bilder zu Matts Aufnahmen bei, der wiederum vertonte Weiterlesen

7JK: Anthems Flesh

Schon in unserer Besprechung zur letzten Sieben wurde auf Matt Howdens Interesse am künstlerischen Dialog hingewiesen, was gerade deshalb so sehr ins Auge fallen muss, da er unter diesem Namen fast ausschließlich Soloarbeiten aufnimmt. Aufgeschlossenheit gegenüber Inspiration, Interesse an Neuinterpretationen und weitere Querbezüge stehen einem melancholischen Pop gegenüber, den der Sheffielder mit Stimme, Geige und Looptechnik nach wie vor allein verkörpert. Wie um dies zu untermauern hat Howden nun erstmals sein Projekt mit einer anderen Band fusionieren lassen und Weiterlesen

SIEBEN: No Less Than All

Obwohl Matt Howden solo und mit seinem bekannten Projekt Sieben einen ziemlich eigenen musikalische Bereich pflegt, haben Einflüsse und Inspirationen immer eine Rolle gespielt. Schon deshalb war sich der Geiger und Sänger auch nie zu schade, Hommagen in die unterschiedlichsten Richtungen auszusprechen. Dass Howden nicht nur ausgewählten Figuren in seinen Songs Tribut zollt, sondern seine Künste auch gerne in den Dienst von Kollegen stellt (zuletzt Atzmann Zoubar), unterstreicht den ausgesprochen kooperativen Charakter des vordergründig autarken Sieben-Kosmos, in dem allerhand versteckte Dialoge stattfinden. Auch dass sich Howden gerne von eigenen älteren Songs neu inspirieren lässt und zeitweilig ruhende Fäden neu aufnimmt, ist Teil der unterschwelligen Dynamik, die seine Kreativität bestimmt. Weiterlesen

ATZMANN ZOUBAR: Aut Sperma In Terram Effundit

In den letzten Jahren ist das Wort “Ritual” in einschlägigen Musikszenen seltener gefallen. Allgemein ist man sich einig, dass die genrebildenden Werke in den 80ern und frühen 90ern aufgenommen wurden – in einer Zeit, als die Idee, durch repetitive Musik und geheimnisvolle Symbole Türen in unerforschte Räume der Psyche zu öffnen, noch unverbraucht war. Ain Soph mit ihren frühen Aufnahmen sollten eine der ersten Referenzen sein, natürlich auch die berühmte Bonusplatte zum Erstling von Psychic TV. Weiterlesen

The Mighty Sieben. Interview mit Matt Howden

Matt Howdens Projekt mit dem unscheinbaren Namen SIEBEN ist nach rund fünfzehn Jahren Bestehen aus der Szene kaum noch wegzudenken. Doch aus welcher eigentlich? Wie selbstverständlich taucht sein Name in der Berichterstattung über Neofolk auf, strich Howden doch für Jahre die Saiten in einer der wichtigsten Kapellen des Genres. Stilistisch allerdings müsste man die Gemeinsamkeiten zu seinem repetitiven Geigenspiel, welches eine ganze Band zu ersetzen vermag, recht grob an den Haaren herbei ziehen, zumal ihm in diesem Bereich eine Nebenrolle zuteil käme, die seiner unwürdig wäre. Weiterlesen

SIEBEN: Star Wood Brick Firmament

Es gibt diese Platten, die man kaum greifen kann – greifen in dem Sinne, dass man sich ihnen begrifflich annähern und eventuell das, was man für das Wesentliche daran hält, klar umreißen und definieren könnte. Nicht selten handelt es sich gerade dabei um Musik, die einen besonders gefangen nimmt, die verführerisch, einschmeichelnd und dennoch auf Langzeit herausfordernd ist. Der Name des Violinisten Matt Howden steht für eine Art von Musik, die immer wieder eine solche Wirkung erzielen kann. Dies gilt besonders für sein recht eigenwilliges Hauptprojekt SIEBEN. Weiterlesen