UNICAZÜRN: Transpandorem

Auf ihrem 2013 erschienenen Album „Dark Earth Distillery“, das auf einer Reihe von Liveaufnahmen basierte, sieht man wie Stephen Thrower und David Knight – deren beider Stammbäume im Bereich experimenteller Musik weit verzweigt und verästelt sind und wohl keinerlei näheren Erläuterung bedürfen – auf Wasser schauen. Schon seit ihrem 2009 veröffentlichten Debüt „Temporal Bends” ist zur Beschreibung ihrer Musik immer wieder die Metapher des Meeres aufgetaucht (pardon the pun): „…like Jacques Cousteau meets HP Lovecraft twenty thousand leagues under the sea.”, schrieb das FREQ Magazine; Weiterlesen

SHIRLEY COLLINS: Lodestar

Tod und Verderben, Pest und Aberglaube, Trennungsschmerz und Mord aus enttäuschter Liebe – Englands Folkmusik ist eine der düstersten, und Shirley Collins’ großartiges Comeback-Album ist voll solch tragisch-morbider Geschichten. Dass es einen Titel wie „Lodestar“ – auf deutsch „Leitstern“ – trägt, mag dabei verwundern, doch die traditionellen Songs aus verschiedenen Jahrhunderten haben viele Seiten. Dass die Geschichten oft vor einer schönen Kulisse stattfinden, meist im Frühling am Morgen in freier Natur, ist nur die offenkundigste, und man könnte sie Weiterlesen

UNICAZÜRN: Omegapavilion

In musikalischer Hinsicht mag UnicaZürn, die Band, die David Knight und Stephen Thrower nach der Dichterin und Zeichnerin benannt haben, deren künstlerisches Charisma sie so beeindruckte, nicht ganz so weit entfernt sein von anderen Projekten der beiden wie Arkkon oder Cyclobe, zumindest insofern, dass in all den genannten Fällen dröhnende, „kosmische“ Klangflächen in feinsinniger Gestaltung vorkommen. Dass UnicaZürn oft noch um einiges freier und unvorhersehbarer klingt, hängt mit dem Unterschied zusammen, dass die beiden hier meist wesentlich spontaner und im besten Sinne planloser vorgehen und die Stücke in ergebnisoffenen Weiterlesen

Dark Earth Distillery. Interview mit UnicaZürn

Unica Zürn, Autorin, Dichterin, Verfasserin von Anagrammlyrik, Zeichnerin, Malerin, Lebensgefährtin Hans Bellmers– unter dem Namen der in Berlin geborenen Künstlerin, als Hommage an ihre kreative Kraft, wie es im folgenden Interview erläutert wird, sind mit Stephen Thrower und David Knight zwei Künstler kreativ tätig, deren eigene Stammbäume der randständigen, experimentellen Musik viele Verästelungen haben und weit zurückweisen: U. a. war/ist David Knight Mitglied von Shock Headed Peters, seine eigenen dunklen Klangflächen veröffentlicht er unter dem Projektnamen Arkkon, Stephen Thrower war lange Jahre Mitglied bei Coil, ist Filmjournalist und Weiterlesen

CYCLOBE: Sulphur – Tarot – Garden

Als Cyclobe 2012 auf Einladung von Antony in der Queen Elizabeth Hall auftraten, konnte man eine auf 200 Exemplare limitierte CD-R namens „Sulphur – Tarot -Garden“ kaufen, auf der ihre (neu komponierten) Soundtracks für drei frühe, zwischen 1972 und 1973 erschienene, ursprünglich tonlose Kurzfilme Derek Jarmans zu finden waren. Die Verbindung zu dem 1994 verstorbenen Künstler reicht lange zurück. Coil (damals bestehend aus Stephen Thrower, John Balance und Peter Christopherson) komponierten den Soundtrack für Jarmans „The Angelic Conversation“, Thrower trat als Statist in „The Last of England“ auf und sowohl Thrower als Weiterlesen

Wounded Galaxies Tap at the Window. Cyclobe am 30.01.14 in Berlin auf dem CTM-Festival

Stephen Thrower und Ossian Brown debütierten 1999 mit „Luminous Darkness”, einem anspruchsvollen, unglaublich dichten Album von Geräuschmusik, das Throwers langjährige Mitwirkung bei Coil verriet, aber weniger am Song orientiert war. Der Nachfolger „The Visitors“ knüpfte daran an, enthielt allerdings einige wesentlich längere, ausufernde Tracks, die durchaus dazu geeignet waren, die Pforten der Wahrnehmung zu reinigen und zu erweitern. Das dritte Album war ihre (Re-)Interpretation bzw. (Neu-)Bearbeitung von Nurse With Wounds „Angry Eelectric Finger“ und trug den Titel „Paraparaparallellogrammatica“. Auf allen diesen Veröffentlichungen kombinierten Cyclobe die elektronischen Klänge mit akustischen Instrumenten, wie z.B. Geige, Klarinette, Cello, Drehleier. Dadurch entstand eine Musik, die dicht und verdichtet war und auf die das oft überstrapazierte Adjektiv organisch mehr als zutraf. Weiterlesen

CYCLOBE: Wounded Galaxies Tap At The Window

Stephen Thrower und Ossian Brown debütierten 1999 mit „Luminous Darkness”, einem anspruchsvollen, unglaublich dichten Album von Geräuschmusik, das Throwers langjährige Mitwirkung bei Coil verriet, aber (weitaus) weniger am Song orientiert war. Der Nachfolger „The Visitors“ knüpfte daran an, enthielt aber einige wesentlich längere, ausufernde Tracks, die man durchaus als psychedelisch im besten Wortsinne bezeichnen konnte. Weiterlesen

CYCLOBE – Interview

1999 veröffentlichten Ossian Brown – damals noch Simon Norris – und Stephen Thrower ihr Debüt “Luminous Darkness“, ein zwar fragmentarisches, aber atmosphärisches Album, auf das 2001 “The Visitors“ folgte, ein elektro-akustisches Meisterwerk. Im Rahmen von “Angry Eelectric Finger“ bearbeiteten CYCLOBE das Ausgangsmaterial von NURSE WITH WOUND so sehr, dass sie diese Veröffentlichung als ihr eigentlich drittes Album betrachten. Weiterlesen