GRAVETEMPLE: Impassable Fears

Es gibt wohl wenige Bands, deren Name in den vergangenen Jahren in der Presse so häufig bei Besprechungen von Drone/Metal –Platten als Referenz genannt wurde wie Stephen O’Malleys und Greg Andersons Sunn O))). Während das 2007 gegründete Burial Chamber Trio aus Anderson, Attila Csihar und Oren Ambarchi besteht/bestand, ist das ähnlich betitelte Gravetemple das Projekt von O’ Malley, Csihar und Ambarchi, das ursprünglich gegründet wurde, um in Israel zu touren. Fast könnte man sagen, dass „Impassable Fears“ das eigentliche Debüt ist, waren die Weiterlesen

OREN AMBARCHI / MASSIMO PUPILLO / STEFANO PILIA: Aithein

Es gibt in der etwas abstrakteren Musik ein paar Motive, die nie langweilig werden, vorausgesetzt sie gelingen. Eines davon ist die mit vielen kleinen Spannungsmomenten in der genau richtigen Unbestimmtheit gehaltene Steigerung von Intensität und Klangfülle, die sich – ausgehend von einem eher zaghaften Bündeln von Energie – an einem eruptiven Höhepunkt entlädt und ein ungewisses Nachspiel einleitet. Da denken manche an Aristoteles und die klassische Tragödie, fröhlichere Zeitgenossen vielleicht an Sex, wieder andere an Weiterlesen

ALIF: Aynama-Rtama

Man muss viel regelmäßiger Musik aus dem nordafrikanischen und vorderasiatischen Raum hören, um ein Gespür für die Poptauglichkeit des Arabischen zu bekommen. Gesungen und im Kontext einer Musik, die mit westlichen Popkategorien kompatibel ist und trotz Wurzeln in der traditionellen arabischen Musik zu unkitschig ist, um Exotismus zu befriedigen, bekommt die Sprache, die man hierzulande wohl doch meist nur im Vorbeigehen oder in politischen Nachrichten streift, einen ganz anderen Klang. Ihr für westliche Ohren oft etwas abgehackter Rhythmus entfaltet dabei eine ganz eigene Poesie. Eine Band, die sich in der Hinsicht Weiterlesen

ÄÄNIPÄÄ: Through A Pre-Memory

Dass der ewige Drone inzwischen Einzug in viele Bereiche populärer Musik gefunden hat, daran ist Stephen O’Malley sicher nicht ganz unschuldig, gab es doch in den letzten Jahren keine Musikpublikation, in der nicht in jeder Ausgabe mindestens einmal ein Verweis auf Sunn O))) zu finden gewesen wäre. Dies und die Tatsache, dass Genres, die mit (scheinbar) einfachen und begrenzten Mitteln arbeiten, vielleicht noch einmal besonders viele anziehen und (vermeintlich) inspirieren, hat dazu geführt, dass die Zahl der Nachahmer inzwischen Legion ist (und manche von diesen vielleicht ebenfalls in eine Schweineherde ausgetrieben werden sollten). Weiterlesen

SUNN O))) MEETS NURSE WITH WOUND: The Iron Soul of Nothing

Stephen O’Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche zusammenführt, die sich mehrfach sehr nah kamen und sich doch niemals völlig berührten. Bewegten sich Drone- und Minimalmusik in der Nachfolge von Young oder Palestine entgegen mancher Behauptungen nie vollends aus dem sogenannten E-Bereich heraus, hat sich (Doom-)Metal der Abstraktion und der völligen Auflösung Weiterlesen

CURRENT 93 – Interview (2006)

”Good-ol’ time Armageddon Music“ Zu CURRENT 93 ließen sich Seiten schreiben, was in David Keenans “England’s Hidden Reverse“ ja auch schon geschehen ist. Ob die langen, düsteren Soundscapes der Frühphase, der spätere “Apocalyptic Folk“ oder die jetzige Verortung als “Urhorde des neuen Folk“ (Berliner Zeitung) durch die Mainstreampresse: Umfangreich ist das Werk David Tibets, zahlreich die Veröffentlichungen und auf den ersten Blick scheint es erratisch zu sein, bei näherer Betrachtung finden sich aber immer wieder Konstanten, wie auch im folgenden Interview betont wird. Weiterlesen